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Umweltladen Mainz
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Umwelttipp Bestattung: Umweltbewusst und würdevoll

Bestattungskultur im Wandel

Bis heute unterliegen Friedhöfe und Bestattungskultur einem stetigen Wandel. Mit der Verbreitung des Christentums entstanden vielerorts Kirchen. Um sie herum wurden umfriedete Grabstätten angelegt, die Kirchhöfe. Damit wurde die Nähe zu Gott über den Tod hinaus gesucht. Ab dem Mittelalter wurden aus Angst vor der Pest - und später aus Platzgründen - die Friedhöfe außerhalb der Wohngebiete verlagert. Mit der Reformation des Bestattungswesens im 18. Jahrhundert entstanden parkähnliche, große Friedhöfe, wie der Mainzer Hauptfriedhof, und die Friedhofskultur wurde verweltlicht.

Es entwickelte sich eine bürgerliche Trauerkultur, die Ausdruck in einer Individualisierung des Todes fand. Tod und Trauer wurden im Bürgertum des 19. Jahrhunderts in einer Mischung aus christlichen Traditionen, privater Emotionalität und gesellschaftlichem Prestigedenken zelebriert. Aus dieser Zeit stammen die klassischen Orte der Trauer (Aufbahrungszimmer, Kirche und Grab) sowie Trauerschmuck und Symbolik (Blumenschmuck, Trauerflor, Leuchter uvm.). Der letzte Abschied fand traditionell mit dem Sarg-Einlassen ebenso an den Grabstätten statt, wie die Traueransprachen. Viele dieser Traditionen haben sich bis ins 21. Jahrhundert gehalten.

Aktuelle Trends im Bestattungswesen

Die Individualisierung der beiden in Deutschland zugelassenen Bestattungsformen, Erd- und Feuerbestattung, ist weiter fortgeschritten. Sie wird sichtbar in einer Fülle verschiedener Bestattungsorte und Grabarten, aus der man seine letzte Ruhestätte auswählen kann. Aus der Erfahrung des Wirtschaftsbetriebs Mainz geht der gesellschaftliche Trend auf den Friedhöfen hin zu pflegelosen Grabstätten wie Rasengräbern, Kolumbarien, Baum- oder Waldgräbern.

Zudem hat sich eine Industrie mit Herstellern, Dienstleistungen und Produkten rund um die Bestattung entwickelt. Die Zahl der Todesfälle steigt aufgrund der demografischen Entwicklung an, was eine größere Anzahl an Beerdigungen zur Folge hat. Laut Statista 2022 sind die Umsätze im Bestattungswesen in Deutschland in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und betrugen 2020 bereits fast 2,3 Milliarden Euro.

Die bundesweite Verbraucherinitiative Bestattungskultur, Aeternitas e.V. zählt Ökologie und Nachhaltigkeit zu den Top-Themen, denen sich in Zukunft Dienstleister und Produzenten rund um den Bereich Tod, Trauer und Bestattung widmen müssen. Was ist damit gemeint? Es ist die kritische Auseinandersetzung mit Bestattungsformen, der Herkunft und Bearbeitung von Grabmalen, der Beschaffenheit von Särgen und Urnen sowie mit den Dienstleistungen von Bestattungsunternehmen und zur Grabgestaltung und –pflege. Hierbei sollen nachhaltiges Wirtschaften, Umweltfreundlichkeit der Produkte und soziale Aspekte zu den Qualitätskriterien für die Verbraucher:innen werden. Laut Aeternitas steht Deutschland erst am Anfang dieser Entwicklung.

Tipps für eine umweltfreundliche Bestattung

Urne und Sarg: In Deutschland sind Feuer- und Erdbestattungen zulässig. In Waldgräbern werden biologisch abbaubare Urnen aus gepresster Maisstärke, Naturfasern oder Pappmaché eingesetzt. Särge für die Einäscherung sind einfache, unbearbeitete Holzsärge. Bei der Verbrennung dürfen keine schädlichen Gase durch Lackierungen entstehen. Bei der Wahl des Erdsarges ist man frei, wenn der Sarg den Vorschriften der jeweiligen Friedhofssatzung und des zuständigen Landesbestattungsgesetzes entspricht. Der Sarg sollte dicht und verrottend sein sowie keine schädlichen Klebstoffe oder Lackierungen enthalten. Nachhaltig produzierte Särge bestehen aus heimischen Hölzern. Bei der Innenausstattung wird mit Materialien wie Schafwolle oder Hanf gearbeitet.

Bekleidung: Bei der Bekleidung des Verstorbenen empfehlen sich Naturmaterialien wie Baumwolle, Zellulose, Hanf oder Wolle. Auch Viskose, Modal und Lyocell bestehen zu 100% aus Zellulose und sind geeignet, da sie biologisch abbaubar sind.

Trauerfeier: Eine Trauerfeier wird sehr individuell gestaltet. Bei Ihrer Planung haben Sie viele Möglichkeiten, ressourcenschonend und umweltbewusst zu handeln. Lassen Sie sich hier von Ihrem Bestattungsunternehmen beraten hinsichtlich:

  • Einsatz der Medien und Kommunikationsmittel für Anzeigen, Trauerkarten, Danksagungen sowie Auswahl von Redner und Musik,
  • Anreise, Übernachtung und Verpflegung der Trauergäste,
  • Vermeidung von Kunststoff-, Einmal- und Wegwerfprodukten bei Sarg- und Grabschmuck.

Grab und Grabpflege: Achten Sie bei der Auswahl des Grabsteins auf die Herkunft des Steins und bevorzugen Sie heimische Steine. Alte Grabsteine von aufgelösten Gräbern werden recycelt und finden im Straßenbau Verwendung. Fragen Sie gezielt nach Steinmetzfachbetrieben, die alte Grabsteine wieder aufbereiten. Patenschaftsgräber sind eine Besonderheit des Mainzer Hauptfriedhofs. Erwerben Sie eine Patenschaft zum Erhalt und zur Nutzung eines schützenswerten oder denkmalgeschützten Grabes. Für eine nachhaltige Grabpflege sind die Auswahl der Erde, die Bepflanzung und auch die Bewässerung entscheidend. In unserer Broschüre „Naturnahe Grabgestaltung“ geben wir wertvolle Tipps dazu.

Bestattungsunternehmen: Wenn Sie Wert auf eine umweltbewusste Bestattung legen, fragen Sie bereits beim Erstgespräch, welche Aspekte das Bestattungsunternehmen berücksichtigt.

Naturbestattung: Die bekannteste Naturbestattung ist wohl die Waldbestattung. Hierbei wird die Asche eines Verstorbenen in einer biologisch abbaubaren Urne im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt. In Mainz ist die Waldbestattung auf dem Mombacher Waldfriedhof möglich. Auch die Baumbestattung kann eine nachhaltige Bestattungsform darstellen. Diese Grabart finden Sie auf fast allen Mainzer Friedhöfen.

Weitere Anregungen, Informationen und persönliche Beratung zum Thema erhalten Sie in der Ausstellung des Wirtschaftsbetriebs Mainz „Bestattung im Wandel auf den Mainzer Friedhöfen“, die vom 01.09. – 31.10.2022 im Mainzer Umweltladen zu sehen ist.

Adresse

Umweltladen
Mainzer Umweltladen
Steingasse 3-9
55116 Mainz
Telefon
+49 6131 12-2121
Telefax
+49 6131 12-2124
E-Mail
umweltinformationstadt.mainzde
Internet

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten:
Montag: 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr und 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr
Dienstag: 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr und 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr
Mittwoch: 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr und 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr
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Samstag: 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Erreichbarkeit

Haltestellen / ÖPNV

Haltestelle Münsterplatz:
Linien: 6, 50, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 78, 90, 91

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