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Umweltladen Mainz
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CO2-Kompensation beim Fliegen

Umwelttipp des Mainzer Umweltladens

Der Sommer rückt langsam näher und damit auch die Lust zu reisen. Viele, die auf Schul- oder Werksferien angewiesen sind, haben jetzt die Qual der Wahl zwischen den unterschiedlichsten Reisezielen und -arten. Fernreise und Kreuzfahrten liegen im Trend, dahin gelangt man meist mit dem Flugzeug. Dass diese Reisemethode dem Klima schadet ist unbenommen, aber wie wäre es das durch die Reise entstehende Kohlendioxid zu kompensieren?

In Deutschland hat sich die Zahl der Fluggäste in den vergangenen dreißig Jahren fast verdreifacht, von 38 Millionen in 1990 auf 122 Millionen in 2018. Leider ist Fliegen die klimaschädlichste Art der Fortbewegung, im Vergleich zur Bahn ist es etwa sechsmal schädlicher. Beispielsweise werden für einen Hin- und Rückflug zu den Kanaren pro Person 1,9 Tonnen Kohlendioxid (CO2) ausgestoßen. Zum Vergleich: der durchschnittliche CO2-Ausstoß eines Deutschen liegt laut Umweltbundesamt derzeit bei rund 11 Tonnen, davon fallen ca. 2,2 Tonnen auf Mobilität. Generell lohnt es sich seine Urlaubsgewohnheiten zu überdenken und sich über nachhaltiges Reisen zu informieren. Tipps dazu finden Sie im unten stehenden Umwelttipp „Bewusster verreisen“.

Zwei Effekte beim Fliegen

Beim Verbrennen von Kerosin entsteht Kohlendioxid, das als Treibhausgas direkt zur Erwärmung der Erdatmosphäre beiträgt. Der reine CO2-Ausstoß ist aber nicht die einzig relevante Größe beim Fliegen. Flugzeuge hinterlassen in der Atmosphäre weitere Emissionen, die Einfluss auf das Klima haben, dies sind vor allem Partikel, Wasserdampf, Schwefel- und Stickoxide. Sie summieren sich in den sogenannten Nicht-CO2-Effekten, die von vielfältigen Prozessen der Luftchemie abhängen. Insgesamt verdoppeln bis verdreifachen die Nicht-CO2-Effekte die Klimawirkung.

Der RFI (Radiativ Forcing Index)-Faktor berücksichtigt, dass der Treibhauseffekt bei Flügen in großer Höhe besonders stark ist. In welcher Höhe dieser Faktor z.B. in eine Kompensationsrechnung mit eingeht, kann vor Anbieter zu Anbieter stark variieren. Der Weltklimarat hält einen Faktor von 2,7 für sinnvoll, in der Regel wird er aber niedriger angesetzt. Seriöse Anbieter von CO2-Kompensation geben diesen Faktor mit an.

CO2-Kompensation – so funktioniert es

Wenn Sie den CO2-Ausstoß für eine Reise kompensieren wollen, können Sie einem entsprechenden Anbieter Geld für ein Klimaprojekt spenden. Da auch Urlaubsreisen mit dem eigenen PKW einiges an CO2-Ausstoß verursachen, können diese natürlich ebenfalls kompensiert werden. Für eine Kompensation muss zuerst berechnet werden, wie viel Treibhausgase entstanden sind. Das kann direkt auf der Homepage des Anbieters erfolgen oder mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamtes. Wenn der Wert klar ist, kann man dafür Emissionsminderungsgutschriften, sogenannte Zertifikate kaufen. Ein Zertifikat bildet die Minderung der Treibhausgase im jeweiligen Klimaschutzprojekt ab.

Anbieter von Pauschalreisen bieten teilweise auch schon die Möglichkeit der CO2-Komepensation an. Sie können dann als Zusatzleistung mit der Reise gebucht werden. Ob ihr Veranstalter diese Möglichkeit hat, erfahren Sie auf der Homepage des jeweiligen Veranstalters, im Reisebüro oder auf der Homepage des Kompensationsanbieters.

Wie gut ist die Kompensation?

Die Bandbreite an unterschiedlichen Anbietern für CO2-Kompensation ist groß. Manche unterstützen weltweit Energieeffizienzprojekte und beteiligen sich sogar an der Projektentwicklung, andere haben ihren Schwerpunkt im Aufforstungsbereich. Daneben gibt es aber auch Anbieter, die direkt Zertifikate kaufen und dann weiterverkaufen. Es lohnt sich, vorher auf der Homepage des Anbieters genau nachzulesen, welche Methode verwendet wird, sie entscheidet über die Qualität der Kompensation. Die Stiftung Warentest hat in 2018 verschiedene Anbieter unter die Lupe genommen. Den Test können Sie unter dem unten angegebenen Link herunterladen.

Für eine bessere Orientierung der Verbraucherinnen und Verbraucher gibt es verschiedene Gütesiegel, die etwas über die Qualität der Kompensation aussagen. Ein vertrauenswürdiges ist der Gold Standard. Dieses Gütesiegel wurde 2003 vom WWF und anderen Umweltverbänden entwickelt und zertifiziert Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern. Die hiermit zertifizierten Projekte erfüllen hohe Anforderungen. Es wird nicht nur CO2 eingespart, sondern auch zu einer nachhaltigen Entwicklung vor Ort beigetragen.

Ein Rechenbeispiel

Wie oben erwähnt, sind die Kanaren ein beliebtes Urlaubsziel. Die Strecke Frankfurt Mainz bis Las Palmas beträgt ca. 3100 km Luftlinie, für Hin- und Rückflug fallen so etwa 6200 geflogenen Kilometer an. Da die Kompensationsanbieter sehr unterschiedliche Faktoren ansetzten, schwankt der angegebene CO2-Ausstoß für diese Flugkilometer zwischen 1100 kg CO2 (myclimate) und 1870 kg CO2 (Klima-Kollekte). Dementsprechend unterscheidet sich auch der Kompensationsbetrag deutlich, er liegt zwischen 26,00 € (myclimate) und 43,00 € (Klima-Kollekte). Da die Anbieter auch verschiedene Ansätze der CO2-Komepensation haben, lohnt sich eine genaue Betrachtung auf der Homepage des jeweiligen Anbieters.

Egal welche Art der Urlaubsreise sie bevorzugen, es lohnt sich immer schon vorher über die Klimaauswirkungen nachzudenken. Wenn es denn dann doch die Flugreise sein soll, trägt eine gute CO2-Kompensation dazu bei, die Auswirkungen auf unser Klima zu mildern.

Umwelttipp vom März 2020

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