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Laubenheimer-Bodenheimer Ried

Auf dem Foto ist eine ehemalige Flutrinne des Rheins abgebildet.
© Franz-Otto Brauner

Das heutige Naturschutzgebiet wurde in zwei Teilschritten ausgewiesen. 1982 wurden 71 Hektar zum Naturschutzgebiet Laubenheimer-Bodenheimer Ried erklärt und 1998 auf etwa 180 Hektar erweitert. 2010 erfolgte die Ausweisung des ersten Teilabschnittes von 1982 als Vogelschutz- und FFH-Gebiet (Fauna = Tierwelt, Flora = Pflanzenwelt, Habitat = Lebensraum bestimmter Pflanzen- und Tierarten).

Durch den Tonabbau im 19. Jahrhundert entstanden die vielfältigen Gewässer des Nord- und Südweihers, die im Zuge des Polderbaus durch den neu angelegten Ostweiher ergänzt wurden. Zusammen mit den ehemaligen Flutrinnen des Rheins und dem hohen Grundwasserstand bilden sie ein reiches Mosaik an auenspezifischen Lebensräumen und beherbergen eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Neben extensiv genutzten Wiesen finden sich als weitere charakteristische Lebensräume ausgedehnte Schilfröhrichte und artenreiche Stromtalwiesen.

Auf dem Foto sieht man einen Nachtfalter.
Haarstrangwurzeleule© Hans-Jürgen Dechent

Tierwelt

Die Unterschutzstellung richtete ihr Augenmerk besonders auf die reichhaltige und bedrohte Vogelwelt der Gewässer und Röhrichte. Gefährdete Arten wie Blaukehlchen, Eisvogel, Rohrsänger, Rohrweihe, Tüpfelsumpfhuhn und Zwergdommel sind auf diese Lebensräume angewiesen und finden sich teilweise landesweit nur noch im Oberrheingraben. Wiesenbrüter und Gewässerrandbewohner wie der Kiebitz und verschiedene Watvögel profitieren von den weiten Offenflächen und angelegten Teichen. Seit einigen Jahren ist der Weißstorch mit mehreren Brutpaaren zurückgekehrt und gut zu beobachten. Neben dem Nachtfalter Haarstrangwurzeleule, vielen Libellen- und Schneckenarten, zählen auch Kammmolch und Ringelnatter zu den Bewohnern des Rieds. In gelegentlich überfluteten Äckern und Wiesen schlüpfen im Sommer die urtümlichen und seltenen Blattfußkrebse.

Zwei Kiebitze im Flug
Zwei Kiebitze im Flug© Franz-Otto Brauner

Unter besonderen Schutz gestellte Vogelarten und ihre Lebensraumansprüche:

  • Rohrweihe: Offene Landschaften, jagt über Feldern, Wiesen und Röhrichte, Nester im Röhricht, seltener in Getreidefeldern, Rastansammlungen auf großflächigen Ackerplateaus
  • Blaukehlchen: Feuchte Röhricht- und Hochstaudenbestände an stehenden Gewässern wie Altarmen und Teichen sowie an Gräben
  • Zwergdommel: Nahrungsreiche Flachgewässer mit ausgedehnten Röhrichtzonen, die auch zur Nestanlage genutzt werden
  • Schwarzmilan: Wälder entlang der großen Flüsse, Bäume auf Insellagen an Altwassern und Bäume in Steillagen zur Horstanlage bevorzugt
  • Wasserralle: Röhrichte und vegetationsreiche Gräben, Altwasser und Teichränder, Verlandungszonen und Auen
  • Beutelmeise: Röhrichte und Verlandungszonen mit Gehölzen der Weichholzaue
  • Schilfrohrsänger: Bindung an ausgedehnte nasse Röhrichte und Verlandungszonen mit Buschwerk
  • Drosselrohrsänger: Ausgedehnte, im Wasser stehende Röhrichte
  • Wiesenpieper: Nicht intensiv genutzte Grünland- und Windwurfflächen, Nahrungssuche auf kurzgrasigen und lückig bewachsenen Bodenstellen
  • Kiebitz: In offenen, flachen Landschaften mit kurzem oder gar keinem Gras, auf Wiesen und Weiden, gerne an Gewässerrändern, auf Feuchtwiesen, Äckern
  • Schwimmvögel: Unterschiedliche Gewässerlebensräume, besonders wertvoll sind nahrungsreiche, nicht zu tiefe und strömungsarme Gewässer; vor allem Gänse tagsüber auf störungsarmen Wiesen und Agrarflächen
Eine Wiese mit Schwertlilien
Iris Spuria© Grün- und Umweltamt

Pflanzenwelt

Die unterschiedliche Wasserversorgung führt zu einer hohen Standortvielfalt. Dies bewirkt die besondere Artenvielfalt der Stromtalwiesen des Rieds. Die günstige klimatische Lage (Weinbauklima) erlaubt es auch Pflanzen des Mittelmeergebietes und des kontinentalen Asiens bis in die Oberrheinebene vorzudringen. Bisher wurden über 630 Pflanzenarten im Gebiet nachgewiesen, die sich entlang der ausgewiesenen Wege an Flutrinnen und Gräben entdecken lassen. Botanische Höhepunkte sind die nur auf ein winziges Verbreitungsgebiet beschränkte Wiesen-Iris sowie die reichen Bestände der andernorts seltenen Sumpf-Wolfsmilch und des Echten Eibisch. Das seltene Gottesgnadenkraut und der Gezähnte Steinklee sind weitere botanische Besonderheiten.

Sonstige Pflanzenarten im Laubenheimer-Bodenheimer Ried:

  • Brenndolde
  • Kantiger Lauch
  • Spießblättriges Helmkraut
  • Färber-Scharte
  • Lungen-Enzian
  • Sumpf-Stendelwurz
  • Echter Haarstrang
  • Zottiger Klappertopf
  • Gewöhnlicher Wasserschlauch
  • Salz-Bunge

Gefährdung, Schutz und Bitte um Rücksichtnahme

Das Laubenheimer-Bodenheimer Ried unterliegt gleich mehreren Schutzkategorien, bis hin zum höchsten EU-Schutz als FFH-Gebiet. Sie unterstreichen den besonderen Wert und die Unersetzlichkeit für die hier lebenden Tier- und Pflanzenarten. Die auch durch menschlichen Einfluss entstandenen Gemeinschaften sind einzigartig und damit Teil unseres kulturellen Erbes. Ihre Erhaltung liegt daher in besonderer Verantwortung der Region, welche durch aufwändige Pflegemaßnahmen zahlreicher Akteure verwirklicht wird. Wir laden Sie ein, diesen natürlichen Reichtum kennenzulernen und zu genießen. Tragen auch Sie einen wichtigen Teil zu seinem Schutz bei, indem Sie die Bestimmungen innerhalb des Naturschutzgebietes beachten und sich schonend verhalten.

Verhaltensregeln zum Schutz bedrohter Arten:

  • Bitte bleiben Sie auf den Wegen und verursachen Sie keinen Lärm.
  • Bitte schützen Sie Vogelbruten und führen Sie Hunde an der Leine.
  • Bitte nutzen Sie als Reiter die ausgewiesenen Reitwege.
  • Bitte pflücken Sie keine Pflanzen und beunruhigen Sie keine Tiere.
  • Bitte lassen Sie keine Abfälle zurück.

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