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Stadtspaziergang: Mainz für Studis

Neu in Mainz und noch keinen richtigen Plan von der Stadt? Was sollte man nicht verpassen? Welche Events stehen wann an? Wo wird hier gefeiert? Wie "tickt" die Stadt? Welche Themen sind hier wichtig? Und: Aus welcher Epoche stammt eigentlich das Kurfürstliche Schloss?

In unserem virtuellen Stadtrundgang begegnen Euch historische Bauten und lebendige Plätze. Streift durch die Jahrhunderte und erfahrt nebenbei allerlei Wissenswertes über das heutige Mainz. Die Neustadt-Szene mit ihren Plätzen, Cafés und Bars werdet Ihr ohnehin automatisch kennenlernen. Unser Stadtspaziergang soll Euch andere Ecken zeigen und ein paar Fakten liefern, mit denen Ihr auch bei Euren Freunden oder Eurer Familie glänzen könnt. Für "Mehrwisser" sind die einzelnen Sehenswürdigkeiten und Orte verlinkt.

Erkundet Eure Stadt. Entdeckt neue Lieblingsecken. Erfahrt, warum Mainz immer die richtige Wahl ist!

Routeninfos

Geeignet für
Studis, Oberstufenschülerinnen und -schüler, Azubis, junge Berufstätige.

Barrierefreiheit
ist nicht gegeben.

Dauer
circa 3 Stunden zu Fuß (ohne Besuchszeiten der Museen und ohne Einkehr).

Tipp
Wenn Euch der Spaziergang zu Fuß zu weit ist, könnt Ihr einige Strecken auch auf einem der gelben Räder von MVGmeinRad zurücklegen. Für Studis gibt es hier einen besonders günstigen Tarif. Hinter dem Schloss (Ecke Ernst-Ludwig-Platz/Kaiser-Friedrich-Straße) ist beispielsweise eine Station. Welche weitere Stationen in der Nähe sind und wie viele Räder hier verfügbar sind, verrät Euch die App.

Weitere Informationen
findet Ihr auf den Stelen "Historisches Mainz" vor den Sehenswürdigkeiten und auf mainz.de unter Tourismus/Sehenswert.

Stadtspaziergang

Routenverlauf

1. Kurfürstliches Schloss

Unsere Tour beginnt am bedeutendsten Profanbau der Stadt, dem Kurfürstlichen Schloss. Sicherlich kennt Ihr das Schloss mit seinen markanten, sandsteinroten Mauern bereits. Von der Theodor-Heuss-Brücke nach Mainz kommend, ist es nicht zu übersehen.

Im Frühjahr und Sommer könnt Ihr im "Gründer-Biergarten" im Schlossinnenhof entspannen und Mainzer Kulinarik genießen. Und Filmfreunde unter Euch sollten sich den August vormerken: Beim Open-Air-Kurzfilmfestival "Shorts at Moonlight" flimmern vor der historischen Kulisse ausgewählte deutschen Kurzfilme über eine mobile Leinwand.

Hier noch ein paar Eckdaten zum Schloss in aller Kürze: Kurfürst Georg von Greiffenklau begann 1627 mit dem Schlossbau, der erst 1752 vollendet wurde. Es diente nur kurze Zeit – bis 1797 – seiner herrschaftlichen Bestimmung. Nach dem Untergang des Kurfürstentums 1806 wurde es als Kaserne, Lazarett, Zollmagazin und Zollbehörde genutzt. 1942 ausgebrannt wurde das Schloss ab 1948 wieder aufgebaut. Die Fassaden überzog man mit einem roten Farbanstrich. Im Volksmund wird der Renaissancebau daher auch als "rotes Schloss" bezeichnet – oder als "Gut Stubb". Derzeit wird die Außenfassade schrittweise saniert.

Gegenüber der langen Front des Schlosses liegt unser nächstes Ziel: Der Rhein mit seiner Uferpromenade. Wenn Ihr die Peter-Altmeier-Allee überquert, seht Ihr links ein großes Schild: "Mainz – Stadt der Wissenschaft".

Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt mit ihren insgesamt mehr als 40.000 Studierenden an der Uni und den beiden Hochschulen, den zahlreichen renommierten Wissenschaftseinrichtungen, Instituten sowie forschenden Museen und Firmen trug diesen Titel im Jahr 2011.
Und ist unter dem Motto "Wissen im Herzen" weiter auf dem Weg, ihr Image als bedeutender Wissenschaftsstandort und Ort der Wissensvermittlung in der Region Rhein-Main zu auszubauen.

Am Ende der Ampel gelangt Ihr durch das Schlosstor (Teil der Befestigungsanlage, die 1873-79 errichtet wurde) direkt an den Fluss.

Interaktiver Routenplan

2. Rheinpromenade – Theodor-Heuss-Brücke – Rheinstrand

Er ist eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas – und seine Uferpromenade Naherholungsziel Nummer 1 in Mainz: der Rhein! Egal, ob Ihr passionierte Läufer seid, die sportliche Herausforderung auf Rollen oder Rädern sucht, in Eurer Freizeit am liebsten ein paar Körbe werft, gerne auf Wiesen am Wasser chillt und grillt oder Euch auf Feste und Krempelmärkte freut – das Rheinufer ist in allen Fällen ein place-to-be.

Schräg gegenüber dem Schlosstor laden beispielsweise Liegeflächen und Bänke zum Sonnenbaden ein. Stromabwärts findet Ihr ein Basketballfeld und einen Skatepark.

Wir schlagen nun aber die andere Richtung ein und steuern auf die Theodor-Heuss-Brücke zu, eine der wichtigsten und schönsten Achsen über den Rhein. Dieser Abschnitt des Rheinufers ist besonders belebt: Von März bis November könnt Ihr hier beim Krempelmarkt an den Ständen das ein oder andere Sammlerstück erwerben – oder aber selbst Aussortiertes verkaufen. Alljährlich Anfang Mai verwandelt sich das Rhein- in ein Weinufer: bei den Mainzer Weintagen mit Bühnenprogramm, Wein- und Essensständen.

Kunsthandwerk könnt Ihr dann im Juni hier an dieser Stelle erwerben – auf dem großen Künstlermarkt, der Teil eines großen Festes ist: der Mainzer Johannisnacht. Sie wird seit 1968 – und damit dem 500. Todestag von Johannes Gutenberg ihm zu Ehren gefeiert. An vier Tagen im Juni um den Johannistag (24. Juni) herum, stets von Freitag bis Montag, verwandelt sich die ganze Stadt in ein großes Fest-Areal und erinnert mit dem Büchermarkt, der traditionellen Buchdruckertaufe (Gautschen) oder dem alten Druckerspiel "Preisquadräteln" an den weltberühmten Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern.

Bevor Ihr die Theodor-Heuss-Brücke nun unterquert, versäumt es nicht, einen Blick auf die Konstruktion zu werfen: Die moderne Stahl-Sandstein-Brücke des Architekten Friedrich von Thiersch galt seinerzeit als Wunderwerk der Technik.

Direkt hinter der Brücke könnt Ihr sommertags Sand unter den Füßen spüren, Cocktails genießen und die Seele baumeln lassen. Denn die Freifläche am Rhein wird von Mai bis September zu einem großen Strandareal – mit Beachvolleyball, Kinderecke, Hängematten, Liegen und einem bunten Programm von Party bis Public Viewing.

Sicherlich sind Euch auf diesem kurzen Wegstück schon einige Läuferinnen und Läufer entgegen gekommen. Der erste Eindruck trügt nicht, Mainz ist eine sportliche Stadt! Den Höhepunkt im Laufkalender markiert der Gutenberg Marathon Mainz im Mai. Aha, schon wieder der Herr Gutenberg: Als größter Sohn der Stadt wird er Euch immer wieder begegnen.

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3. Kurfürstengalerie – Rheingoldhalle - Rathaus

Nach wenigen Schritten kommt Ihr an einen Brunnen und die Kopien der Sandsteinreliefs mit den sieben Kurfürsten und dem deutschen König. Die Originale befinden sich im Landesmuseum Mainz, einem der ältesten Museen in Deutschland mit einer bedeutenden kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlung, von den Anfängen der Kultur bis zur Kunst der Gegenwart.

Diesen Platz rund um den Brunnen solltet Ihr Euch merken: Von April bis September laden hier die rheinhessischen Jungwinzer am ersten Dienstag im Monat zum Mainzer Weinsalon ein.

Wir gehen nun am Brunnen vorbei und spazieren noch eine Weile am Rhein entlang. Auf der rechten Seite seht Ihr nun die Rheingoldhalle, eine der größten Eventlocations in Mainz. Direkt dahinter schließt sich mit dem Mainzer Rathaus ein charakteristisches Gebäude mit ganz eigener zeitloser Formsprache an. Es wurde 1968 vom renommierten dänischen Büro Jacobsen und Weitling entworfen.

Sicherlich sind Euch schon die Schiffsanleger aufgefallen. Von hier aus könnt Ihr beispielsweise Touren ins UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal unternehmen. Oder aber auf den Partybooten in den Abend feiern.

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4. Fischtor – Fort Malakoff

Ein paar Schritte weiter, den Rhein stets zu Eurer Linken, eröffnet sich – über den Fischtorplatz hinweg – ein besonderer Blick auf den 1.000-jährigen Mainzer Dom. Natürlich ist dies nur ein Ausschnitt des mächtigen, dreischiffigen Kaiserdoms. Es handelt sich um den Ostchor, den ältesten Teil des Doms. Von Mai bis Oktober könnt Ihr hier am Fischtorausschank Mainzer Weine verkosten.

Etwas später werden wir zum Dom zurückkommen, doch erst einmal gehen wir weiter am Rheinufer entlang. Dieser Teil heißt nun Stresemann-Ufer. Wir halten uns auf der höher gelegenen Fußgängerpromenade, die von Bäumen gesäumt ist. Falls Ihr mit dem Rad unterwegs seid, wählt Ihr an dieser Stelle bitte den unteren Weg, der parallel direkt am Rhein entlang führt. Nach wenigen Metern, vorbei an einigen Wiesen, Exponaten der Rheinufergalerie und weiteren historischen Rheintoren, erreicht Ihr die Fort Malakoff Terrasse.

Rechts seht Ihr den namensgebenden Bau, das um 1873 als Teil der Rheinuferbefestigung aus Rotsandsteinquadern erbaute Fort Malakoff. Als Teil des Hyatt Regency Mainz kann man hier heutzutage Drinks in der Bar genießen – und im Trauzimmer auch heiraten. In diesem Bereich des Rheinufers könnt Ihr sommertags Weine der Mainzer Winzer probieren.

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5. Winterhafen

Über die Drehbrücke flanieren wir noch ein Stückchen weiter am Rhein entlang. Rechts der Brücke liegt der Winterhafen. Wassersportler unter Euch kommen hier auf ihre Kosten: Kanu- und Ruderverein sind rund um den Hafen beheimatet, dazu gibt es eine Vielzahl an weiteren Wassersportangeboten.

Wenn Ihr im Frühjahr oder Sommer unterwegs seid, steigt Euch jetzt sicherlich schon der verführerische Geruch von Gegrilltem in die Nase… Auf der Rheinwiese am Winterhafen ist Grillen erlaubt, vor allem junge Mainzerinnen und Mainzer nutzen diese Möglichkeit. Ein weiterer Anziehungspunkt ist der Biergarten an der Mole.

Hinter der Gastronomie Bootshaus, dem Ruderverein und den Tennisplätzen gehen wir nun über die Rampe auf die Eisenbahnbrücke. Bevor wir das Rheinufer verlassen, blicken wir noch kurz auf die andere Seite: Seht Ihr das rot-blinkende Licht, direkt gegenüber? An dieser Stelle fließt der Main in den Rhein. Die Fläche rechts davon, mit den blauen Liegen, ist die Mainspitze. Links von der Mündung ist die Maaraue – ein Areal mit einer großen Wiese, weiteren Grillmöglichkeiten und dem Freibad Maaraue. Der Stadtteil heißt Mainz-Kostheim. Er steht – wie die beiden weiteren rechtsrheinischen Stadtteile Mainz-Kastel und Mainz-Amöneburg seit Ende des Zweiten Weltkrieges unter treuhänderischer Verwaltung der Landeshauptstadt Wiesbaden. Mehr zu AKK, wie man in Mainz die drei Stadtteile abkürzt, erfahrt Ihr hier.

Wir wenden dem Rhein nun den Rücken zu und halten uns am Ende des kurzen Aufstiegs rechts auf dem schmalen Weg neben den Gleisen, bis wir zu einer Treppe und einer kleinen Fußgänger-Brücke kommen, die über die Bahngleise führt. Rad- oder Rollstuhlfahrer fahren noch ein Stückchen weiter. Nach der Treppe kommt links ein schmaler Weg, der ebenfalls zur Brücke führt.

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6. Stadtpark – Römisches Theater

Ihr steht nun im Stadtpark. Wir biegen am Ende der Brücke rechts ab und laufen weiter auf dem asphaltierten Weg. Sicherlich merkt Ihr direkt, dass es hier ruhiger zugeht als am quirligen Rheinufer. Mächtige Bäume spenden auch im Hochsommer kühlenden Schatten.

Ende August / Anfang September herrscht jedoch Ausnahmezustand, denn dann ist Weinmarkt! Neben Weinfreuden aus Rheinhessen könnt Ihr auf dem Weinmarkt auch Weine und Spezialitäten aus einer anderen Great Wine Capital (GWC) verkosten. Das sagt Euch nichts? Dann verraten wir es Euch in aller Kürze: Die GWC sind ein internationales Netzwerk von derzeit acht Großstädten mit ihren Weinbauregionen. Mainz ist mit Rheinhessen in diesem Verbund die einzige deutsche Vertreterin. Mehr darüber erfahrt Ihr hier. Wenn Ihr lieber praktisch als theoretisch erleben wollt, was GWC ist, empfehlen wir Euch den GWC-Weinexpress für Studis.

Am Ende des Stadtparks stoßen wir auf die Salvatorstraße, die wir über den kleinen Fußgängerübergang queren und halten uns auf der anderen Straßenseite links, der Steigung folgend. An deren Ende biegen wir rechts in den Zitadellenweg ab. Vielleicht habt Ihr Euch schon gefragt, wann Ihr ein Relikt aus der Römerzeit – als Mainz noch Mogontiacum hieß – zu sehen bekommt. Wenn Ihr nun rechts den Hang hinunter blickt, seht Ihr die Überreste des einst größten römischen Bühnentheaters nördlich der Alpen. Es bot einst 10.000 Besucherinnen und Besuchern Platz.

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7. Zitadelle

Zu Eurer Linken erblickt Ihr ein Gebäude aus einer späteren Epoche: die Zitadelle. Seit rund 300 Jahren thront sie auf dem Jakobsberg. Der Ausbau der Festungsanlage begann 1655 unter Kurfürst Johann Philipp von Schönborn. Auf das Gelände kommt Ihr jederzeit, Führungen durch die unterirdischen Gänge werden regelmäßig von der Initiative Zitadelle angeboten. Nicht verpassen solltet Ihr das große OPEN OHR Festival mit Live-Musik, politischen Diskussionen, Theater, Film und vielem mehr, jährlich an Pfingsten.

Abstecher

Wenn Ihr Lust und Zeit habt, sei Euch ein kleiner Abstecher empfohlen: Geht durch das Portal und haltet Euch weiter geradeaus. Um Euch herum seht Ihr nun die einzelnen Gebäudeteile der Zitadelle, in denen städtische Ämter untergebracht sind. Ihr kommt nun zum Stadthistorischen Museum und dahinter liegend zu einem weiteren Relikt der Römerzeit: dem Drususstein. Schaut Euch auf dem Gelände um und versäumt es nicht, von der Mauer neben dem Bau A aus den Ausblick auf die Mainzer Altstadt zu genießen. Erkennt Ihr schon einige Gebäude? Sicherlich den Dom! Auch die Christuskirche, St. Quintin und St. Peter?

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8. St. Stephan - Gaustraße

Unser Stadtspaziergang führt weiter den Zitadellenweg entlang. An dessen Ende biegt Ihr links auf die Windmühlenstraße ab und dann sogleich die nächste Straße rechts in den Eisgrubweg. Von unserem nächsten Ziel trennt uns nun noch ein kleiner Fußmarsch – oder eine kleine Radtour. Wir biegen in die zweite Straße rechts ab, die Stefansstraße. Am Ende macht sie eine Linkskurve – hin zu der nächsten Top-Sehenswürdigkeit, der gotischen Hallenkirche St. Stephan.

Highlight sind die neun blau leuchtenden Glasfenster mit Geschichten aus der Bibel. Geschaffen hat sie der Künstler Marc Chagall als Zeichen jüdisch-christlicher Verbundenheit und Völkerverständigung.

Wir verlassen die Kirche linker Hand und gehen ein kleines Stück geradeaus, bis wir die Gaustraße erreichen. Sie wird in letzter Zeit auch mit einem kleinen Augenzwinkern als "San Francisco von Mainz" bezeichnet. Immerhin ist die 1923 eröffnete Straßenbahnstrecke in der Gaustraße die steilste in Deutschland mit einer Steigung von bis zu neun Prozent. Links und rechts der Straßenbahnstrecke laden Szene-Cafés, Restaurants, Wein- und Cocktailbars sowie inhaberführte Geschäfte zum Verweilen und Bummeln ein. Hier haben sich auch einige junge Leute nach ihrem Studium in Mainz verwirklicht.

Gerne könnt Ihr hier ein Weilchen stöbern oder auf ein Getränk und einen Snack einkehren: In den meisten gastronomischen Betrieben in Mainz bekommt Ihr übrigens Kaffee aus heimischen Röstereien, Erfrischungsgetränke und Weine aus Mainz und Rheinhessen sowie immer auch eine Auswahl vegetarischer und veganer Speisen, oft aus regionalen Zutaten.

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9. Schillerplatz – Fastnachtsbrunnen

Frisch gestärkt geht es nun in den Endspurt unserer Entdeckertour. Unten, am Ende der Gaustraße begrüßt uns ein besonderes Monument: Der Fastnachtsbrunnen steht, na klar, für das närrische Mainz. 200 Figuren aus der Fastnacht und der Mythologie bevölkern den 8,50 Meter hohen Turm. Jedes Jahr am 11.11. versammeln sich hier die Mainzer Narren und Närrinnen, wenn genau um 11 Uhr und 11 Minuten vom Balkon des gegenüberliegenden Osteiner Hofes die fünfte Jahreszeit ausgerufen wird. Eröffnet wird die Narrenzeit traditionell mit dem Verkünden der 11 Fastnachtsgesetze.

Den Namenspatron des Platzes, auf dem Ihr steht, findet Ihr übrigens ein paar Meter hinter dem Brunnen: Auf einem ornamental geschmückten und mehrfach horizontal gegliederten Sockel steht der große deutsche Dichter Friedrich Schiller.

Wie Ihr seht, ist der Schillerplatz umgeben von Adelshöfen aus dem Barock und Rokoko. Schräg gegenüber der bronzenen Statue findet Ihr das Cinemayence, eines der Programmkinos der Stadt. Weitere sind das Capitol und Palatin, unweit von hier im Bleichenviertel. Kabarett, Chanson und Comedy gibt es im unterhaus, ein paar Schritte entfernt vom Schillerplatz. Und auch für Partyabende eignet sich die Ecke – die Clubs Red Cat und Caveau sind nur einen Steinwurf entfernt, Bars unter anderem am nahe gelegenen Ballplatz und im Bleichenviertel.

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10. Ludwigsstraße – Staatstheater – Gutenberg-Denkmal

Wir kehren nun zurück zum Fastnachtsbrunnen und biegen links in die Ludwigstraße ab. Falls Ihr Euch an Fastnacht fragt, wo der ominöse "Tanz auf der Lu" sein soll – genau hier! Direkt am Beginn der "Lu" seht Ihr rechts die Figur des Gardetrommlers. Das dahinter liegende Beet gehört zu den zahlreichen Urban-Gardening-Flächen. Zucchini, Tomaten, Kohlrabi und allerlei Kräuter sprießen hier. Zugreifen ist ausdrücklich erwünscht!

Nach wenigen Metern erreicht Ihr den Gutenbergplatz mit dem Staatstheater zu Eurer Linken. Auf vier Bühnen erwartet Euch hier ein abwechslungsreiches kulturelles Programm. Ihr sucht noch nach einer interessanten Nebentätigkeit? Das Theater bietet einige Möglichkeiten, schaut einfach mal auf die Website. Und: Wisst Ihr schon, dass Ihr als Studis sogar auch Theaterkarten kostenlos bekommen könnt?

Direkt gegenüber vom Großen Haus des Staatstheaters seht Ihr, woher der Platz seinen Namen hat: Seit 1837 steht hier das Bronzestandbild von Johannes Gutenberg. Das Denkmal zeigt den Erfinder des Buchdrucks, von dem es kein zeitgenössisches Bildnis gibt, in idealisierter Darstellung: bärtig, vornehm gekleidet, mit Bibel und Drucktypen in der Hand.

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11. Alte Universität – Marktplatz – Heunensäule – Dom

Wir halten uns weiter geradeaus. Sicherlich kennt Ihr schon das Höfchen, die Bushaltestelle ist ein idealer Ausgangspunkt für Shoppingausflüge in die Stadt. Seht Ihr das imposante Gebäude am Ende der Haltestelle auf der linken Seite? Das ist die Alte Universität, die 1615 bis 1618 vom Jesuitenorden unter Kurfürst Johann Schweikardt von Kronberg errichtet wurde. Heute dient der Renaissance-Bau dem Journalistischen Seminar der JGU und dem Leibniz-Institut für Europäische Geschichte als Forschungs- und Arbeitsstätte.

Wir lassen die Bushaltestelle links liegen und gehen weiter in Richtung Höfchen-Brunnen. Im Mittelalter befanden sich auf dem Platz übrigens unter anderem der Hof des Bischofs und Domherrenhöfe, daher der Name "Höfchen".

Wir erreichen den Marktplatz mit der Heunensäule im Zentrum. Um sie herum geht es oft geschäftig zu: dienstags, freitags und samstags, wenn Gemüse- und Blumenhändler auf dem Wochenmarkt ihre Waren feilbieten. Bei der Johannisnacht, dem bereits erwähnten großen Mainzer Volksfest, ist sie umgeben von Weinständen. Und zur Weihnachtszeit kommt ihr eine besonders große Rolle zuteil: Dann ist sie Zentrum der unzähligen Lichterketten, die sich über den Marktplatz spannen und der Stadt in festliche Atmosphäre hüllen.

Gegenüber seht Ihr den Dom St. Martin in seiner ganzen Pracht. Links ist der Ostchor, den Ihr schon zu Beginn unseres Rundganges vom Rheinufer aus erblicken konnten. Was Ihr von hier aus nicht sehen könnt: Auf dem Dach des spätromanischen Westchors reitet der Namenspatron des mächtigen Kirchenbaus auf seinem Pferd, der heilige Martin. Wenn Ihr im Anschluss an unsere Tour noch Lust habt, in die Augustinerstraße weiterzuziehen, bleibt kurz auf dem Leichhof stehen - von dort aus könnt Ihr ihn sehen.

Wir betreten nun das Dominnere durch die bronzenen Flügel des Markportals, dem ältesten erhaltenen Ausstattungsstück der romanischen Pfeilerbasilika. Wer sich die Zeit nimmt, kann hier Kunstwerke aus vielen Jahrhunderten Mainzer Kirchengeschichte bewundern.

Versäumt es nicht, den Kreuzgang zu besichtigen: Er stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist zweigeschossig. In den angegliederten Stiftsgebäuden lebten früher die Domherren. Heute ist dort das Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum untergebracht.

Von hier aus gelangt Ihr auf einen weiteren Domplatz, den Liebfrauenplatz. Auch auf diesem Platz findet der Markt statt, nahezu Kultcharakter besitzt das samstägliche Marktfrühstück in der Apsis.

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12. Gutenberg-Museum

Wir sind nun schon eine ganze Zeit unterwegs, gleich habt Ihr es geschafft. Am Ende des Platzes, auf der linken Seite, befindet sich das Palais der Spätrenaissance "Zum Römischen Kaiser". Hier musizierte Mozart (1763). Voltaire (1753) und Goethe (1814) stiegen hier ab.

Seit 1962 ist in diesem Palais und in dem angrenzenden Neubau das Gutenberg-Museum untergebracht. Ein Besuch in diesem weltweit anerkannten Museum der Schrift- und Druckkunst lohnt sich auf jeden Fall. Hier wird gezeigt, wie Gutenberg gedruckt und wie sich seine weltbewegende Erfindung weiterentwickelt hat. Natürlich sind auch die weltberühmten 42-zeiligen Bibeln, die weltweit ersten gedruckten Bücher, zu sehen.

Übrigens: Alle zwei Jahre laden die Mainzer Museen zur Museumsnacht. Eine gute Möglichkeit, die vielfältige Landschaft der Museen und Kultureinrichtungen kennenzulernen!

Wir sind nun am Ende unserer Tour angelangt. Wenn Ihr noch Energie habt, könnt Ihr nun das Gutenberg-Museum besuchen. Wie Mainz und Rheinhessen schmecken, könnt Ihr ansonsten in den umliegenden Weinstuben und Kneipen testen. Die Augustinerstraße mit ihren Altstadt-Weinstuben ist nur ein Steinwurf entfernt.

Und wenn Ihr immer noch Wissenshunger habt, empfehlen wir Euch die weiteren virtuellen Stadtrundgänge. Wer es lieber geführt mag, findet im Angebot des Tourist Service Centers eine breite Palette an Stadtführungen – auch "mal anders": auf dem Segway, dem Boot oder mit dem Planwagen durch die Weinberge.

Interaktiver Routenplan

Quiz-Fragen – zur Überbrückung der Wartezeit in einer Weinstube

Wisst Ihr, …

… warum es in Mainz rote und blaue Straßenschilder gibt?
Zur Antwort

… was Ihr bekommt, wenn Ihr ein "Piffche" bestellt?
Zur Antwort

… wer Gerschom ben Jehuda war?
Zur Antwort

… wofür die vier Kopfbedeckungen der Bronze-Ummantelung an der Heunensäule stehen?
Zur Antwort

… was ein "Zugplakettche" ist?
Zur Antwort

Wissen im Herzen

Wenn Ihr nach dem Quiz immer noch wissensdurstig seid, klickt mal bei "Wissen im Herzen". Hier erfahrt Ihr in unterhaltsamen Videos allerlei Fakten und Wissenswertes. Auf der Event-Seite könnt Ihr Euch über wissenschaftliche Veranstaltungen in Mainz erkundigen.

Liege- und Grillwiese am Winterhafen Landeshauptstadt Mainz
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