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Alte Universität

Domus Universitatis

Am "Höfchen", inmitten der Stadt, steht ein mächtiger Renaissance-Bau. Das Gebäude der Alten Universität wurde von 1615 bis 1618 vom Jesuitenorden unter Kurfürst Johann Schweickhardt von Kronberg errichtet.

Eine bewegte Vergangenheit liegt hinter dem Gebäude, das ursprünglich die Philosophischen und Theologische Fakultät sowie das Jesuitengymnasium beherbergte.

Seit 2005 beherrscht es wieder das Stadtbild: Denn nach über 200-jähriger Abwesenheit ragen die beiden imposanten, himmelstürmenden Dachreiter inzwischen wieder vom First des mächtigen Steildachs empor. 

Alte Universität auf einen Blick

Zahlen, Daten, Fakten

Errichtet: 1615 bis 1618
Bauherren: Jesuitenorden unter Kurfürst Johann Schweickhardt von Kronberg 
Stil: Renaissance

Historisches

Mit seiner eigenartigerweise im überhohen dritten Obergeschoss untergebrachten Aula war die Domus Universitatis 170 Jahre lang würdiger Schauplatz zahlloser Promotionen und Universitätsfeiern.

Auf den Stadtansichten Wenzel Hollars von 1632 wird deutlich, dass das Kollegiengebäude zwar seine profane Nachbarschaft merkbar überragte. Es waren aber in erster Linie die beiden Dachreiter, die seine herausgehobene Stellung in der Stadt so richtig zur Geltung brachten.

Wechselnde Nutzung

Ende des 18. Jahrhunderts war es damit vorbei. Bei der Beschießung der französisch besetzten Stadt im Jahr 1793 brannte das Dach der Alten Universität ab, das westliche Zwerchhaus wurde zerstört. Nach der Wiederherstellung diente der Bau jahrzehntelang als Kaserne, bis 1889 die Umnutzung zu einem Schul- und Ämterhaus erfolgte.

Zweiter Weltkrieg

Im August 1942 nach einem Luftangriff der Alliierten brannte das Gebäude erneut aus. Nur die mächtigen Außenmauern und die beiden Renaissance-Portale des Aschaffenburger Bildhauers Johannes Juncker überstanden den Krieg weitgehend unversehrt. Gefahr drohte danach durch eine Straßenplanung, die den Abbruch der Ruine bedeutet hätte. Dazu kam es glücklicherweise nicht. Das war in erster Linie General Raymond Schmittlein zu verdanken, seines Zeichens Chef der Kulturverwaltung in der französischen Besatzungszone.

Wiederaufbau 1952

Aus Kostengründen erhielt der Bau beim Wiederaufbau 1952 nur einen Dachreiter in der Mitte. Während der Bauarbeiten hatte der Mainzer Kunsthistoriker Fritz Arens in der Pariser Nationalbibliothek eine spektakuläre Entdeckung gemacht. Er war auf einen Kupferstich der Alten Universität aus dem Jahr 1620 gestoßen, der einzigen historischen Abbildung, die das Gebäude auch in seinen Details zeigte, und zwar einschließlich der ursprünglichen Dachreiter.

Der in der Nachkriegszeit aufgebrachte Dachreiter musste 1998 wegen Baufälligkeit entfernt werden. Mit der notwendigen Sanierung des kompletten Dachs ergab sich die einmalige Chance, der Alten Universität wieder die Konturen aus der Erbauungszeit zurückzugeben

Architektur

Der mächtige vierstöckige Renaissance-Bau besticht durch seine Schlichtheit. Auffällig jedoch sind die beiden himmelstürmenden Dachreiter, die nach über 200-jähriger Abwesenheit 2005 wieder auf den First des Steildaches zurück gekehrt sind.

In den Giebelaufsätzen über den beiden rundbogigen Eingangsportalen gibt es ebenfalls etwas zu entdecken: die Wappen des Mainzer Kurfürsten Johann Schweickhardt von Kronberg (1604 bis 1626) sowie des Domkapitels. Beide stammen aus der Werkstatt des Aschaffenburger Bildhauers Johannes Juncker.

Heute

Die Alte Universität ist nach wie vor ein Haus für wissenschaftliche Einrichtungen. Heute dient sie dem Journalistischen Seminar der JGU und dem Leibniz-Institut für Europäische Geschichte als Forschungs- und Arbeitsstätte. Neben Büro- und Seminarräumen befinden sich im Haus eine gut ausgestattete Bibliothek, die mit circa 87.000 Titeln Literatur zur Geschichte Europas seit der Mitte des 15. Jahrhunderts beinhaltet, sowie das Stipendiatenwohnheim des Instituts. In dem Konferenzraum finden regelmäßig öffentliche Veranstaltungen zu wissenschaftlichen Themen statt.

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