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Hauptbahnhof

Verkehrsknotenpunkt

"Sie, Portier, wann geht der letzte Zug nach Bingen?" De erste ist heit morjend in alle Früh von unserm neue Bahnhof nach Binge abgange; wann de letzte Zug dohin abgeht, deß erlewe mir zwää unser Lebdag nit!"

Diesen kurzen Dialog fand der frühstückende Zeitungsleser am Morgen des 16. Oktober 1884 in den Mainzer Nachrichten. Eine Nacht zuvor war der Hauptbahnhof nach zweijähriger Bauzeit eröffnet worden.

Heute ist er der wichtigste Bahnhof in Rheinland-Pfalz. Von hier aus kommen Pendler nach Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und weitere Städte. Reiselustige freuen sich über ein großes Angebot an Fernstrecken.

Hauptbahnhof auf einen Blick

Zahlen, Daten, Fakten

Errichtet: 1882 bis 1884
Bauherr: Mainzer Baumeister Philipp Berdellé
Stil: italienische Renaissance mit barocken Elementen

Historisches

Die Geschichte der Eisenbahn begann für Mainz 1840 im rechtsrheinischen Kastel. Hier wurde der Bahnhof der Taunus-Eisenbahn auf der Strecke Frankfurt-Wiesbaden eröffnet. Die Gründung der hessischen Ludwigsbahn 1845 führte dazu, dass die Stadt Anschluss an das linksrheinische Liniennetz erhielt. Bereits zwei Jahre später begannen die Bauarbeiten der Strecke zwischen Mainz und Oppenheim. 1853 ging sie in Betrieb, der erste Mainzer „Centralbahnhof“ lag damals am Rheinufer in der Höhe des Holzturmes. 1862 wurde die Eisenbahnbrücke über den Rhein nach Gustavsburg gebaut.

Durch die Zunahme des Bahnverkehrs und den stetigen Ausbau der Strecken wurde eine Verlegung des Bahnhofs nötig. Stadtbaumeister Eduard Kreyßig schlug 1873 vor, die Bahnanlagen an den Südwestrand der Altstadt zu verlegen und einen neuen Hauptbahnhof an der Nahtstelle zur heutigen Neustadt zu errichten. Drei Jahre später begannen die Bauarbeiten.

1884 wurde der neue Hauptbahnhof eröffnet. Durchreisende konnten sich in Wasch- und Toilettenräumen erfrischen oder in Erfrischungsräumen ausruhen. Wer von den Dampfloks noch nicht genug Qualm eingeatmet hatte, nahm im Wartezimmer für Raucher Platz. Wer nach frischer Luft verlangte, setzte sich ins Nichtraucherzimmer.

Brand und Umbau

Am 8. Dezember 1934 wurde im Mainzer Anzeiger der Umbau des Mainzer Hauptbahnhofs im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsprogrammen der Reichsbahndirektion angekündigt. Wenige Wochen später, am 23. Dezember 1934 entstand ein schwerer Brand auf dem Dachstuhl des Bahnhofsgebäudes. Speicher und angrenzende Schlafräume des Personals der Bahnhofswirtschaft fielen den Flammen zum Opfer. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte der Zugverkehr aufrecht erhalten und der Einsturz der Bahnsteighalle verhindert werden.

Weltkriege und Wiederaufbau

Die beiden Weltkriege hinterließen deutliche Spuren: Bomben beschädigten den Bahnhofsvorplatz und das Empfangsgebäude schwer. Ämter- und Abfertigungsgebäude, Lagerhallen und die Weinhalle brannten komplett aus. 1.767 Meter Gleise, sechs Stellwerke und 198 Weichen wurden zerstört. Die Reichsbahndirektion registrierte 1945 einen Schaden von rund 180 Millionen Mark.

Erst zwei Jahre später begann die Wiederherstellung des Vorplatzes und des Empfangsgebäudes. Außenmauern und Grundkonzeption wurden beibehalten, die Grundrisse jedoch verbessert. Vor die Fassade rechts und links des Haupteinganges zog man einen eingeschossigen Glasbau. Links überdachte er die Bahnhofsgaststätte und rechts eine Ladenzeile. Auch im Inneren siedelten sich in den folgenden Jahren immer mehr Läden, Kioske und sogar ein Frisör an.

Hauptbahnhof im Wandel

In den 1950er-Jahren stellte man den kompletten Zugverkehr auf Elektroloks um. Um die Stromversorgung zu sichern, musste das gesamte Schienennetzwerk mit Hochspannungsleitungen versehen werden. Das Bahnhofsbild änderte sich für immer.

Zum Wahrzeichen des Bahnhofs wurde das große Kupferberg-Fenster in der Gleishalle. Erspähte der moderne Mainzer dieses Bild bei der Rückkehr von einer Reise wusste er: "Ich bin wieder zu Hause".

Spazierte der Reisende Richtung Hauptausgang, begrüßte ihn das Willkommen in Mainz-Fenster von (Blendax-)Zahnpasta. Ging er 1980 hinaus, stand er auf einem Vorplatz, der mit dem knapp 100 Jahre zuvor errichteten Gelände nicht mehr viele Gemeinsamkeiten aufwies. Statt des grünen Rondells fand er vor sich graue Straßenbahnhaltestellen.

Zu seiner Linken befand sich ein Parkplatz; Hotels säumten und säumen noch immer den Platz.

Architektur

Der Mainzer Baumeister Philipp Berdellé hat das Empfangsgebäude im italienischen Renaissancestil mit barocken und klassischen Elementen geplant. Attraktion des Sandsteingebäudes stellte die "Perron-Halle" dar. Mit 300 Metern war sie die längste Europas.

Die plastische Dekoration konzentrierte Berdellé auf den zentralen Eingangsbau und verwies mit allegorischen Darstellungen auf die Funktion des Gebäudes: Auf beiden Seiten des Eingangs angebrachte Reliefs zeigen Putten, die antik gewandet, gewandet und in spielerischer Weise das Ankommen und Abreisen mit der Eisenbahn verkörpern. Auf dem Dach wurde die Bahnhofsuhr vom geflügelten Genius des Dampfes und der Elektrizität gekrönt.

Trat der Reisende 1884 aus dem Gebäude hinaus, erblickte er auf dem Bahnhofsvorplatz ein Rondell. Darauf grünten Bäume, Rasen und Blumen. Ringsherum verliefen schleifenartig die Schienen der Pferdebahn. Blickte der Neuankömmling nach links und rechts, sah er dort zahlreiche Droschken und Hotelomnibusse, die darauf warteten, ihn zu seinem Zielort zu befördern.

Heute

Der Mainzer Bahnhof ist einer der modernsten Bahnhöfe Deutschlands. In einem Gleisüberbau mit Rolltreppen und Aufzügen werden die Reisenden auf die Etage des Gebäudes befördert, von der aus sie nun zu den Bahnsteigen zu gelangen. Auf drei Ebenen laden über 20 Geschäfte, Bäcker und Restaurants zum Shoppen und Schlemmen ein.

Und die Züge nach Bingen? Die fahren noch immer!

Kontakt/Lage

Hauptbahnhof Mainz
Bahnhofsplatz 1
55116 Mainz

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