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Esens in Ostfriesland erinnert an Sängerin- Ein frauenORT für Sara Oppenheimer

Geboren wurde sie am 4. Oktober 1844 im ostfriesischen Esens, von 1875 bis zu ihrem Tod am 15. Dezember 1906 aber lebte die Opernsängerin Sara Oppenheimer in Mainz in der Neutorstraße 6 5/10. Nun erinnert Esens in Ostfriesland mit dem frauenORT Sara Oppenheimer an die Sängerin.
Um an die zu ihren Lebzeiten bekannte Künstlerin zu erinnern, hat sich vor einigen Jahren in Esens eine Initiative auf den Weg gemacht und sich erfolgreich um die Anerkennung als „frauenORT Sara Oppenheimer“ beworben. Vergeben wird der Titel frauenORT in Niedersachsen durch den Landesfrauenrat. Am 17. Oktober 2021 wird nun der frauenORT Sara Oppenheimer offiziell in Esens eingeweiht. Wir gratulieren herzlich zur Auszeichnung und sind gespannt auf weitere Forschungen zu ihrem Leben als Künstlerin im 19. Jahrhundert! Doch auch in Mainz ist Sara Oppenheimer, meist Wolf-Oppenheimer genannt, keine Unbekannte mehr – schließlich lebte sie hier in der Stadt viel länger als an ihrem Geburtsort. Im Kalender „Blick auf Mainzer Frauengeschichte“ für 2019 erschien das nachstehende Porträt der Sängerin. Die einzige von ihr erhaltene Abbildung schmückte auch das Titelbild des Kalenders. Ergänzen lässt sich noch in Sara Wolf-Oppenheimers Biografie, dass sie auch aktiv am Musikleben in Mainz teilnahm, die Mainzer Liedertafel unterstützte und gelegentlich noch bei Konzerten auftrat.

Aus „Blick auf Mainzer Frauengeschichte“ 2019

»In einer Arie aus Cherubini’s „Medea“ […] zeigte Fräulein Oppenheimer wieder, daß der ruhige serieuse Gesang ihr Feld ist. Hier bedarf es der ihr eigenen getragenen Töne, die denn auch in reinster Intonation vernommen wurden«, schrieb 1867 ein Kritiker über eine von Sara Oppenheimers Darbietungen am Frankfurter Stadttheater. 1863, mit 19 Jahren, war sie aus Esens in Ostfriesland zunächst für Gastrollen an die Frankfurter Bühne gekommen – und mit festem Engagement geblieben. Wann die Tochter von Regine, geborene Abrahamson, und David Oppenheimer, einem Viehhändler aus Esens, beschlossen hatte, Opernsängerin zu werden, ist nicht verbrieft. Zunächst besuchte sie die jüdische Volksschule in ihrem Heimatort; 1858, mit 14 Jahren, war sie bereits Schülerin am Leipziger Konservatorium. Zur Spielzeit 1863/1864 wurde Sara Oppenheimer dann fest in Frankfurt engagiert. Wie alle Sängerinnen und Sänger von Opernensembles dieser Zeit trat sie in vielen, sehr unterschiedlichen Inszenierungen und Rollen auf, sang sowohl tragische als auch heitere Partien. Daneben machte sie sich auch als Konzertsängerin einen Namen. Zu ihrer Paraderolle auf der Opernbühne entwickelte sich die Rolle der Fides in Giacomo Meyerbeers »Der Prophet«. Diese Rolle spielte sie auch in ihrer letzten Vorstellung, die sie am 15. Dezember 1874 gab. Mit einem Konzertabend am 19. Dezember 1874 verabschiedete sich die 30jährige dann endgültig von der Bühne. Anstatt ein Engagementangebot von Richard Wagner anzunehmen, ging Sara Oppenheimer einen anderen Weg. Nur 1875 gab sie noch ein Konzert in ihrer Heimatstadt Esens, auch wenn dort zehn Jahre zuvor antisemitische Proteste ein Konzert in der St. Magnus-Kirche verhindert hatten.
Am 31. Dezember 1874 heiratete Sara Oppenheimer in Frankfurt den Mainzer Wein- und Hopfenhändler Bernard Wolf und zog zu ihm in die Mainzer Neutorstraße, damals noch Neuthorstraße geschrieben. Der 1834 geborene Bernard Wolf stammte ursprünglich aus Sörgenloch und war seit 1865 Mainzer Bürger. Sara Oppenheimer war seine zweite Frau. 1876 kam ihr Sohn Michael zur Welt, 1877 dann Tochter Fides, benannt nach Sara Wolf-Oppenheimers Paraderolle. Bernard Wolf starb bereits im März 1882; Sara Wolf-Oppenheimer blieb mit ihren Kindern in Mainz. Ob sie aktiv oder passiv am Mainzer Kultur- und Musikleben teilnahm, ist nicht bekannt. Ganz fern der Mainzer Gesellschaft war sie aber nicht, belegt ist ihre Mitgliedschaft im Verein Mainzer Frauenarbeitsschule. Mit 62 Jahren starb sie in Mainz und wurde, wie auch Bernard Wolf, auf dem Neuen Jüdischen Friedhof beigesetzt. In Esens trägt seit 2013 eine Straße den Namen von Sara Oppenheimer.

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