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Come closer

Institut Français Mainz
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Wie blicken wir auf Körper, auf Intimität, auf das Zwischenmenschliche? Wie geprägt sind unsere Vorstellungen davon – und was passiert, wenn wir versuchen, die Bewertung dessen herauszunehmen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung "Come closer" im Rahmen der Ausstellungsreihe "Tout en Art !" des Institut français Mainz in Kooperation mit dem Kunst- und Kulturverein PART Mainz, kuratiert von Sophie Lorenz. Gezeigt werden Malereien von Meira Kiefer und Lisa Lindenthal.

Ausgehend von alltäglichen Beobachtungen und persönlichen Erfahrungen entwickelt Meira Kiefer (*2004, HBK Saar) erfundene Bildszenarien, die ihre wahrgenommene Realität in eine poetische Bildsprache überführen. Im Unscheinbaren und Gewöhnlichen sucht sie nach Symbolkraft: der Verschluss einer Kette, ein Fernglas, durch das niemand schaut, das Pinkeln auf einer Raststätte, die verknoteten Haare nach dem Aufstehen. Ihre Malerei bewegt sich zwischen realistischer und naiver Darstellung. Reduzierte Formen, angedeutete Räumlichkeit und eine zarte, pastellige Farbigkeit stehen im Spannungsverhältnis zu Themen wie Begehren, Unsicherheit und Abhängigkeit. In ihren jüngeren Arbeiten bezieht sie den ungrundierten Leinwandstoff als bildbestimmendes Element ein: Die sichtbaren Leerstellen prägen Licht und Raum, machen jede malerische Setzung unumkehrbar und eröffnen zugleich Projektionsflächen für das Mögliche.

Bei Lisa Lindenthal (*1998, Kunsthochschule Mainz) steht zunächst die Entscheidung über die Ausschnitthaftigkeit eines Motivs im Fokus – aufbauend auf ihrem Interesse an Körpern. Denn dieser Ausschnitt legt die Weichen für das Eigenleben, das ihre Bilder entwickeln. Darauf reagiert sie mit Farbigkeit, mit dem Hinzufügen und Wegnehmen von Bildbereichen, mit der Reduktion des Kontextes, sodass Vertrautes verfremdet und als etwas Neues gesehen werden kann. Inhaltlich steht weniger die Wiedererkennbarkeit des Dargestellten im Vordergrund als vielmehr Wahrnehmung, Wirkung und farbliche Komposition. So entsteht neben der offenen Auseinandersetzung mit dem Medium Malerei ein bewertungsfreierer Raum für den weiblichen Körper, der unentwegt mit Bewertung konfrontiert ist. Lisa arbeitet innerhalb eines feministischen Ansatzes an der Grenze zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion und lotet in diesem Kontext deren Grenzen aus.

In „Come Closer“ treten die Bilder von Meira Kiefer und Lisa Lindenthal in einen Dialog, der einen näheren Blick auf intime Darstellungen wagt – das Intime der Körperlichkeit ebenso wie das Intime privater Alltagssituationen. Das Weibliche steht dabei im Fokus, doch geschlechtsspezifische Bewertungen werden herausgenommen, um einen neutralen Blick zu entwickeln. Wie viel Verfremdung braucht es, damit wir als Betrachter*innen unsere Wertung ablegen können? Wie nah können wir uns kommen?


Vernissage:
22. September, 19.00 Uhr

Laufzeit: 
22. September bis 16. Oktober

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Mo – Do 10.00 – 13.00 Uhr und 14.30 – 18.00 Uhr | Fr 10.00 – 13.00 Uhr


Gefördert vom Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur Rheinland-Pfalz sowie dem Förderverein für das Institut français Mainz e.V

Eintritt und Preise

Freier Eintritt

Hinweis

Die Landeshauptstadt Mainz übernimmt keine Gewähr dafür, dass die im Veranstaltungskalender auf www.mainz.de (Öffnet in einem neuen Tab) aufgeführten Veranstaltungen wie angekündigt stattfinden. Bitte informieren Sie sich beim jeweiligen Veranstalter über eventuelle Absagen oder Terminverschiebungen.

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