Lyon, Bocuse & die französische Bistrokultur: Zwischen Mythos, Handwerk und Sternedruck
Bei der Gesprächsreihe "PARLONS-EN!" laden wir Menschen ein, mit denen wir zu gesellschaftsrelevanten Themen in den Dialog treten möchten. Bei "L´assiette qui parle - kulinarische Vielfalt aus Frankreich“ geht es weit mehr als um Kulinarik, es geht um « Umweltfreundliche Landwirtschaft und nachhaltige Ernährung“, ein Thema, das wir mit lokalen Produzent*innen und professionelle Gastronom*innen aus Frankreich beleuchten.
Lyon gilt weltweit als die Wiege der französischen Gastronomie. Doch wie wurde aus der traditionellen Bistrokultur und einfacher Arbeiterkost eigentlich der Maßstab moderner Spitzenküche?
An diesem Abend werfen wir mit Gastronomin Marie Bockstaller einen Blick hinter die Kulissen der kulinarischen Identität Frankreichs. Wir beleuchten das Erbe von Jahrhundertkoch Paul Bocuse, analysieren den Aufstieg und Einfluss des Guide Michelin und diskutieren die Mechanismen der Gastronomiewelt: von handwerklicher Exzellenz bis hin zum immensen wirtschaftlichen und psychischen Druck des Sterne-Systems.
Ein Abend für alle, die Essen nicht nur konsumieren, sondern seine Geschichte, Politik und gesellschaftliche Bedeutung verstehen wollen.
- Kulinarischer Einstieg: Klassische Salade lyonnaise: als geschmacklicher Auftakt in die Lyoner Bistrowelt.
- Vortrag & Diskussion: Die historische und soziokulturelle Entwicklung von der Küche der Mères Lyonnaises über die Nouvelle Cuisine bis zur heutigen Bistronomie
- Kritischer Blick: Das System Spitzenküche: Qualitätsmotor oder toxischer Leistungsdruck?
Anmeldung erforderlich unter: kultur.mainz@institutfrancais.de
Marie Bockstaller stammt aus Frankreich und lebt seit 2012 in Deutschland. Ursprünglich kommt sie aus der Forschung, doch die Leidenschaft fürs Kochen und für gutes Essen war immer da. Um diese konsequent zu verwirklichen, absolvierte sie eine Konditorenausbildung und gründete schließlich Chez Madlen in Wiesbaden. In ihrem Konzept verbindet sie französische Esskultur mit handwerklicher Küche, nachhaltigen Produkten und dem Erzählen von Geschichten rund um Herkunft, Geschmack und Terroir.
Gefördert vom Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur Rheinland-Pfalz, dem Förderverein für das Institut français Mainz e.V. sowie der Deutsch-Französischen Kulturstiftung