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Bretzenheimer Goldguldenschatz in KENOM erschlossen

Alte Goldmünze, in der Mitte eine Lilie, am Rand Schrift zu erkennen.
Gulden der Stadt Florenz, 1311, Vorderseite. Abgebildet ist das Wappen von Florenz, die Lilie, mit der Umschrift "FLORENTIA".
Alte Goldmünze, in der Mitte eine Person mit Gewand, am Rand Buchstaben
Gulden der Stadt Florenz, 1311, Rückseite. Abgebildet ist Johannes der Täufer ("S[anctus] IOHANNES B[aptista]"). Das Hirschgeweih oben links ist das Beizeichen des Münzmeisters von 1311.

Der 1882 auf einem Acker bei Bretzenheim entdeckte Münzenfund ist mit 1005 Goldgulden der zweitgrößte jemals in Deutschland entdeckte mittelalterliche Goldmünzenschatz. Der Schatz, der vermutlich um 1390 während dem in Rheinhessen tobenden Krieg zwischen dem rheinischen Städtebund und Kurfürst Ruprecht I. von der Pfalz vergraben wurde, spiegelt den Geldumlauf in den Rheinlanden gegen Ende des 14. Jahrhunderts wider.

Neben der Hauptmasse von Florentiner Goldgulden enthielt er venetianische Dukaten sowie böhmische, schlesische, ungarische, südfranzösische, burgundische, niederländische, süddeutsche und Lübecker Gulden, außerdem zahlreiche Gulden der Kurfürsten von Köln, Trier, Pfalz und Mainz. Zur Finanzierung des Ankaufs wurde 1883 der größte Teil des Schatzes nach der wissenschaftlichen Bearbeitung an Sammler und andere Münzkabinette verkauft. Im Besitz des städtischen Münzkabinetts verblieben 76 Exemplare.

Im Rahmen einer Übung zur spätmittelalterlichen Münzgeschichte am Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und einem sich daran anschließenden studentischen Projekt wurde der im Münzkabinett des Stadtarchivs verbliebene Teil nun von stud.phil. Maya Lerner katalogisiert und ist über www.kenom.de recherchierbar.

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