Inhalt anspringen

St. Christoph - Taufkirche Gutenbergs

Die frühgotische Pfarrkirche St. Christoph am Karmeliterplatz in Mainz wurde zwischen 1292 und 1325 erbaut.

Mahnmal St. Christoph
Kirchenruine St. Christoph Februar 2018

Bei den schwerem Bombenangriffen auf Mainz 1942 und 1945 wurde sie fast vollständig zerstört. 1963/64 wurde die Ruine zum Mainzer Mahnmal und zu einer Kapelle  umgestaltet. St. Christoph besitzt ein spätgotisches Taufbecken. In ihm soll Johannes Gutenberg getauft worden sein. Das moderne Relief zwischen den Betonstutzen stammt von dem Bildhauer Heinz Hemrich. Seit 2025 krönt wieder eine Rekonstruktion des Turmhelm auf dem Mahnmal.

Mahnmal St. Christoph
Gedenkstätte St. Christoph

2010 nahm sich der Mainzer Mäzen Stefan Schmitz der mittlerweile stark in Mitleidenschaft gezogenen Ruine an. Seit 2012 besteht die "Initiative St. Christoph", die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Würde des Ortes mit öffentlichen und privaten Geldern wiederherzustellen.

Informationstafeln in St. Christoph
Mahnmal St. Christoph, Infotafeln

Gemeinsam mit der Stadt Mainz wurde ein Plan zur Sanierung der Gedenkstätte bis zum 70. Jahrestag der Zerstörung am 27. Februar 2015 erstellt.

Wiederaufbau des Turmhelms von St. Christoph

Ein historischer Moment für Mainz: Am 16. September 2025 wurde der Turmhelm der Gedenkstätte St. Christoph feierlich aufgesetzt. Dies stellt einen der letzten großen Schritte im aufwendigen Wiederaufbau von St. Christoph dar. Nach Jahren intensiver Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten schmückt die neu errichtete, 19,94 Meter hohe und 14,90 Tonnen schwere Turmspitze das Mahnmal. Die Rekonstruktion prägt das Stadtbild und soll das kollektive Gedächtnis der Mainzer Bevölkerung lebendig halten.

Rekonstruktion der Turmspitze wird aufgesetzt

Eine Plattform wurde als Teil des Projekts realisiert. Der Zugang zur Plattform erfolgt über eine Spindeltreppe, die an historischer Stelle des ehemaligen Treppenaufgangs angeordnet ist und den Übergang oberhalb des Seitenschiffs in den Turmschaft ermöglicht. Die Turmspitze befindet sich 48,80 m über dem Gelände.

Parallel zum Wiederaufbau des Turmhelms wurden auch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen am Turmschaft durchgeführt. Dazu gehörten die konstruktive Ertüchtigung des Turms, steinkonservatorische Maßnahmen, die Montage des inneren Treppenaufgangs und die Abdeckung des oberen Teils des Turmschafts. All diese Arbeiten wurden in enger Abstimmung mit der Abteilung Denkmalpflege des Bauamts durchgeführt, um den historischen Wert des Bauwerks zu bewahren.

Besonderer Dank gilt der Initiative St. Christoph, der Gebäudewirtschaft Mainz, der Denkmalpflege sowie allen Spender:innen, allen voran Hanna Schmitz, die diesen Meilenstein möglich gemacht haben.

Neue Wendeltreppe, Informationsbildschirm und Bronzetastmodelle

Seit Oktober 2026 wird die Gedenkstätte St. Christoph um weitere Angebote ergänzt, die ihre Geschichte und Architektur für Besucher:innen anschaulich und unmittelbar erfahrbar machen. Im Mittelpunkt stehen die neu errichtete Außentreppe zum Turm, ein Informationsbildschirm sowie zwei Bronzemodelle, die den Zustand der ehemaligen Pfarrkirche vor 1940 und das heutige Erscheinungsbild der Gedenkstätte zeigen. Diese sind als „Tastmodelle“ konzipiert und sollen insbesondere auch Menschen mit Sehbehinderungen einen Zugang zur Baugeschichte ermöglichen.
Die Wiederherstellung der Standfestigkeit des Turms, die steinkonservatorischen Maßnahmen, die neue Turmspitze sowie die Aussichtsplattform und deren Zugang sind fertiggestellt.

Neue Außentreppe erschließt den Turm
Die neu errichtete Spindeltreppe ermöglicht den Zugang zum Turm und greift den historischen Standort des früheren Treppenturms auf. Sie ist als freitragende Stahlkonstruktion ausgeführt und führt von außen in den Turmschaft hinein. 
Von März bis Mai 2026 wurden die Erdarbeiten und die Gründung für die neue Außentreppe ausgeführt. Dabei legte die archäologische Denkmalpflege die Reste des historischen Treppenaufgangs frei und kartierte diese. Die Gründung der neuen Treppe setzt deckungsgleich auf dem alten Fundament auf. 
Die Erschließung des Turms umfasst insgesamt 150 Stufen: 34 an der äußeren Spindeltreppe, zehn am Übergang oberhalb des Seitenschiffs zum Turmeingang und weitere 106 innerhalb des Turms bis zur Aussichtsplattform. 


Informationsbildschirm vermittelt die Geschichte des Ortes
Ein Informationsbildschirm an der Westwand des südlichen Seitenschiffs ergänzt die Vermittlungsangebote der Gedenkstätte. Er zeigt täglich von 9 bis 21 Uhr eine Bilderstrecke zur Geschichte des Ortes. Eine englischsprachige Version erstellte der Ortsvorsteher der Mainzer Altstadt, Dr. Brian Huck. Die Bilder stammen aus dem Mainzer Stadtarchiv. Bei der Gestaltung und Montage des Bildschirms wurden die Anforderungen des Denkmalschutzes berücksichtigt. 


Zwei Bronzetastmodelle machen den Wandel der Kirche begreifbar
Zwei Bronzetastmodelle im Maßstab 1:100 veranschaulichen vor Ort den historischen Zustand der Kirche vor 1940 und das heutige Erscheinungsbild der Gedenkstätte. Beide Modelle stehen auf einem Granitsockel vor dem Seitenschiff.
Als Tastmodelle ermöglichen sie auch Menschen mit Sehbehinderungen, die frühere Gestalt der Kirche und ihr heutiges Erscheinungsbild taktil zu erfassen. Ergänzende Texttafeln in Brailleschrift vermitteln weitere Informationen zur Geschichte des Ortes.


Bildergalerie St. Christoph

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

Sprachauswahl

Schnellsuche