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Fair Trade Stadt Mainz

Das jahrelange Engagement der Fair Trade Stadt Kampagne Mainz wurde in diesem Jahr mit dem dritten Platz beim Wettbewerb "Hauptstadt des Fairen Handels" belohnt.

Mainz ist Fair Trade Stadt!

Der Mainzer Stadtrat hat im April 2011 beschlossen, dass sich die Landeshauptstadt Mainz an dieser weltweiten Kampagne beteiligt. Ziel ist es, den Fairen Handel alltagstauglich zu machen, das heißt das Angebot an fair gehandelten Produkten in der Stadt auszuweiten, die Bürgerinnen und Bürger zu informieren und zu motivieren, vermehrt fair gehandelte Produkte zu kaufen. Im September 2011 wurde im Rathaus Mainz der Lenkungskreis zur Mainzer Kampagne Fair Trade Stadt gegründet.

Wettbewerb "Hauptstadt des Fairen Handels" - Mainz belegt hervorragenden dritten Platz

100 Städten und Gemeinden haben sich 2017 als „Hauptstadt des Fairen Handels“ beworben. Der Wettbewerb wird alle zwei Jahre von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt/Engagement Global durchgeführt und in diesem Jahr wurden mehr als 900 Projekten eingereicht. Die Stadt Mainz belegte einen hervorragenden dritten Platz und erzielte ein Preisgeld von 35.000 Euro. Insgesamt wurden bei dem diesjährigen Wettbewerb, der von der Servicestelle seit 2003 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchgeführt wird, 250.000 Euro Preisgelder vergeben.

Die Landeshauptstadt Mainz überzeugt durch eine Vielzahl an Projekten, die von zahlreichen Partnern getragen werden, eine breite Wirkung entfalten und auch neue Zielgruppen ansprechen. Hauptstadt des Fairen Handels darf sich die Domstadt Köln nun nennen, nach Saarbrücken im Jahr 2015. Den zweiten Platz belegt die Stadt Neumarkt in der Oberpfalz. Dahinter folgen die Städte Dortmund und Mainz, die sich den dritten Platz teilen. Den vierten Platz belegt die Stadt Trier. In Mainz sollen vor allem die Schulen in ihrem Engagement und ihrem Bildungsangeboten zum Fairen Handel mit dem Gewinn unterstützt werden. Bislang sind das Schloss-Gymnasium und die Gustav-Stresemann Wirtschaftsschule Fairtrade-Schools. Man hofft durch die Unterstützung, dass sich noch weitere Mainzer Schulen auf den Weg zur Fairtrade-School machen.

Der Film über Mainz

Filmbeitrag über Fair Trade Stadt Mainz© Landeshauptstadt Mainz
Wir sind Fair Trade Stadt.
Wir sind Fairtrade-Stadt.© Landeshauptstadt Mainz

Fair Trade Stadt-Kampagne

Die weltweite Kampagne von TransFair e.V. wird von Köln aus koordiniert. Der gemeinnützige Verein vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte und vermittelt Marktzugänge zu fairen Bedingungen für Produzentengruppen und Arbeiter aus benachteiligten Regionen des Südens. Insgesamt 35 Institutionen aus den Bereichen Entwicklungspolitik, Kirche, Verbraucherschutz tragen Transfair e.V. Darüber hinaus unterstützen die EU, die Bundesregierung, Parteien und viele engagierte Einzelpersonen die Arbeit von Transfair e.V.

Der Faire Handel unterstützt Produzenten in den Entwicklungsländern, um ihnen eine menschenwürdige Existenz zu ermöglichen. Die wichtigsten Kriterien des Fairen Handels sind unter anderem das Verbot von illegaler Kinderarbeit und Zwangsarbeit, die Schaffung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen und garantierte Mindestpreise.

Es sind mehr als 1.200 Fairtrade-Städte in 22 Ländern verzeichnet. In Deutschland gibt es derzeit über 300 ausgezeichnete Fairtrade-Städte. Und die Landeshauptstadt ist dabei.

Faire Produkte erkennen

Was ist eigentlich Fairer Handel?

Der Faire Handel als Begriff ist vielen bekannt. Die meisten haben eine grobe Vorstellung davon, was sich dahinter verbirgt und in welchem Zusammenhang er in unserer heutigen globalisierten Welt einzuordnen ist. Allerdings tauchen immer wieder Unsicherheiten auf, denn der Begriff "fair" ist gesetzlich nicht geschützt. Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher greifen beim Einkauf bewusst zu Produkten aus Fairem Handel. So hat sich nach einer Untersuchung des Forum Fairer Handel die Käuferschaft fair gehandelter Produkte gegenüber 2013 um ein Viertel auf rund 61 % der Verbraucher und Verbraucherinnen erhöht. Was unterscheidet den Fairen Handel von unserer konventionellen Wirtschaftsweise? Auf welche Siegel und Zeichen kann ich mich verlassen, wenn ich zum Beispiel Lebensmittel kaufen möchte? Wo kann ich Produkte aus Fairem Handel kaufen? Damit Sie wissen, auf welche Zeichen und Siegel Sie sich beim Kauf von fair gehandelten Produkten verlassen können, soll an dieser Stelle Licht ins Dunkel gebracht werden. An dieser Stelle möchten wir Ihnen den Fairen Handel kurz und knapp vorstellen, so wie die Fair Trade Stadt Kampagne Mainz ihn versteht.

Forum Fairer Handel

Definition des Fairen Handels

Im Jahr 2001 haben sich vier internationale Dachorganisationen des Fairen Handels auf folgende gemeinsame Definition verständigt:

"Der Faire Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzent*innen und Arbeiter*innen – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Fair-Handels-Organisationen engagieren sich (gemeinsam mit Verbraucherinnen und Verbrauchern) für die Unterstützung der Produzent*innen, die Bewusstseinsbildung sowie die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels."

Akteure im Fairen Handel

Am Anfang der Kette stehen Kleinproduzenten und Kleinproduzentinnen, Arbeiter und Arbeiterinnen im Globalen Süden. Im Fairen Handel geht es um die Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen. Importeure kaufen zu fairen Bedingungen die Produkte von den Produzent/innen bzw. von ihren Vermarktungs-Organisationen. Dabei handelt es sich entweder um Fair-Handels-Importeure, die ausschließlich im Fairen Handel aktiv sind, oder um konventionelle Unternehmen, die einzelne fair gehandelte Produkte anbieten und dabei die Standards der anerkannten Siegelorganisationen beachten. Der Vertrieb in Deutschland erfolgt über Weltläden, über den konventionellen Einzelhandel, über Online-Shops und in zunehmendem Maße auch über die Gastronomie.

Wie erkenne ich Faire Produkte?

Es gibt eine Faustregel, die Ihnen dabei helfen kann: Produkte aus Fairem Handel erkennen Sie am Verkauf in Weltläden, an den Marken anerkannter Fair-Handels-Importeure, an dem Label der World Fair Trade Organization (WFTO) und an den anerkannten Produktsiegeln des Fairen Handels. Bei Ihrem Einkauf können Sie sich an folgenden Zeichen orientieren:

Der Fair-Trade Lenkungskreis

Fair-Trade Lenkungskreis - Engagierte Menschen haben sich zusammengefunden

Mit dem Start der Kampagne hat sich ein Lenkungskreis mit sehr kompetenten, kreativen, motivierten und engagierten Menschen zusammengefunden. Es wurde eine eigene Internet-Plattform eingerichtet. So sind die Werbegemeinschaft des Mainzer Einzelhandels, die Kirchen, diverse Schulen, die Volkshochschule Mainz, das Land Rheinland-Pfalz, die Verbraucherzentrale, die Stadtverwaltung mit ihren Dezernaten sowie verschiedene Nichtregierungs-Organisationen wie der Weltladen und ELAN e.V. vertreten.

Das macht der Fair Trade-Lenkungskreis der Stadt Mainz

Die Treffen finden ungefähr alle acht Wochen im Mainzer Rathaus statt. Die Treffen sind offen für alle, alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Falls Sie sich die Termine für 2018 notieren möchten: 07.03.2018, 02.05.2018, 13.06.2018, 15.08.2018, 31.10.2018, 12.12.2018, jeweils um 18.00 Uhr. Direkt zu Anfang wurde für Mainz eine Liste mit Geschäften und Gastronomiebetrieben, die faire Produkte anbieten, zusammengestellt. Sie finden diese auf der Seite der Kampagne (s.u.). Diese Liste ist offen und kann jederzeit ergänzt werden. Wenn Sie als Kunde oder Gast auf faire Produkte stoßen oder Sie als Einzelhändler oder Gastronom faire Produkte anbieten und sich noch nicht auf der Liste finden, nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Veranstaltungen stattgefunden, die von der Fairtrade-Kampagne begleitet wurden. Ziel ist, den fairen Gedanken in bestehende und etablierte Anlässe zu integrieren. So fanden u.a. Fußballturniere mit fair gehandelten Fußbällen statt, beim Open-Ohr-Festival wird fairer Kaffee ausgeschenkt und der Weltladen führt diverse Veranstaltungen durch.

Fair Trade Stadt Netzwerk Rheinland-Pfalz

Bei der Fair Trade Stadt Kampagne RLP geht es darum, Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und Ideen für die eigene Arbeit zu bekommen. Seit Ende 2013 trifft sich das Netzwerk zwei mal im Jahr. Immer neue, interessierte Städte und Gemeinden kommen hinzu. Aktuell sind in RLP 16 Städte als Fairtrade-Städte ausgezeichnet. Acht Städte befinden sich im Bewerbungsverfahren.

Das Fair Trade-Lied von MONOKLAES

Und noch eine sehr schöne Sache ist gelungen: Speziell für Mainz wurde ein Fair Trade-Lied komponiert! Hervorgegangen aus der SingerSongWriter Community will "Fairliebt" gerade junge Menschen ansprechen. Komponiert und toniert von MONOKLAES - Peter Klaes und Burkhard Mayer-Andersson.

Öko Fair Shoppen - Textilführer für Mainz

Kleider machen Leute – und Leute machen Kleidung! Immer mehr Menschen kaufen nachhaltige Textilien, organisieren Kleidertauschpartys und entdecken Second-Hand Läden. Zahlreiche Organisationen setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilbranche ein z.B. Femnet, die Kampagne für Saubere Kleidung, Inkota und die Christliche Initiative Romero. Aber es braucht die Unterstützung der Käuferinnen und Käufer. Der Mainzer Textilführer gibt dazu Hilfestellung. Er möchte zum klugen Konsum anregen und Lust auf eine nachhaltige Mode machen.
Faire Stadtschokolade
Faire Stadtschokolade© Landeshauptstadt Mainz

Die faire Mainzer Stadtschokolade - MAINZ fairführt!

Die qualitativ hochwertige bio-faire Stadtschokolade verbindet die Schokoladenseiten der Stadt Mainz mit dem Genuss des Fairen Handels. Das Design der Mainzer Stadtschokolade entwarfen Sanja Hügel und Elisa Kern. Ihre Illustration belegte den ersten Platz in einem Kreativwettbewerb. Die Mainzer Stadtschokolade ist ab sofort u.a. beim Weltladen Unterwegs erhältlich.

Café Mayence - Der faire Mainzer Kaffeegenuss

CAFÈ Mayence gibt es seit dem Jahr 2000 als gemeinsames Projekt des Weltladens Unterwegs, der Lokalen AGENDA 21 Mainz sowie der Landeshauptstadt Mainz. 

CAFÉ Mayence ist ein sortenreiner Hochland-Arabica aus Chiapas, Mexiko. Dort wachsen die besten Kaffees der Welt. Durch intensive Pflege der Hanglagen sorgen die Kleinbauern für gleichbleibend hohe Qualität. Der Kaffee wird nach ökologischen Richtlinien angebaut.

Faire Blumen

Blumen fair kaufen

Der globale Markt macht es möglich: wir können uns heute zu jeder Jahreszeit Rosen schenken, seien sie aus Kenia, Kolumbien oder Südafrika. Deutschland ist ein Land der Blumenliebhaber, doch die wenigsten Blumen stammen aus den heimischen Gärtnereien. Nur jede fünfte in Deutschland gekaufte Blume ist hier gewachsen. 80 Prozent der Rosen, die bei uns erhältlich sind, werden importiert. In der Blumenproduktion rund um den Äquator arbeiten fast nur Frauen - meist für Hungerlöhne und ohne feste Arbeitsverträge. Sie sind den Pestiziden oftmals ungeschützt ausgesetzt - ebenso wie die Umwelt! Auf Fairtrade-zertifizierten Rosenfarmen gelten klar definierte Standards, die die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen verbessern.

Faire Blumen erkennen

Standards für eine umwelt- und sozialgerechte Blumenproduktion

Seit 1999 gibt es Standards für eine umwelt- und sozialgerechte Blumenproduktion. Zertifizierte Blumen stammen aus umweltgerechter und menschenwürdiger Produktion und basieren auf den Kriterien

  • Existenzsichernde Löhne,
  • Gewerkschaftsfreiheit,
  • Verbot von illegaler Kinderarbeit,
  • Gesundheitsschutz,
  • Verbot hochgiftiger Pestizide

 

Beispiele für fair gehandelte Schnittblumen:

Rosen, Germini, Fresien, Ranunkeln, Chrysanthemen

 

Auf der Seite www.fairtrade-stadt-mainz.de finden Sie Blumengeschäfte in Mainz, die Blumen aus umweltgerechter und menschenwürdiger Produktion anbieten.