Vogelschlag an Glas vermeiden
Vogelkollisionen an Glasscheiben sind eine der Hauptursachen für den unnatürlichen Tod von Vögeln im Siedlungsraum, der weltweit stetig zunimmt. Durch einfache Maßnahmen lassen sich die Gefahren jedoch signifikant verringern.
Ein plötzlicher, dumpfer Schlag gegen die Scheibe – ein Vogel ist dagegen geflogen, liegt benommen am Boden, ist schwer verletzt oder hat den Anprall erst gar nicht überlebt. Oft werden Vogelopfer an Glasscheiben oder an spiegelnden Flächen nicht bemerkt, weil Katzen, Marder und Co. die verunglückten Tiere rasch auffinden, verletzte Tiere noch gewisse Strecken zurücklegen oder verwaiste Küken oder Gelege lautlos im Nest verenden. Der Abdruck des Gefieders auf den Scheiben verschwindet dann mit dem nächsten Fensterputz.
Das Problem: Glas ist durchsichtig und reflektiert oft die Umgebung und die Natur. In beiden Fällen kann dies von Vögeln nicht als Hindernis wahrgenommen werden. Bei reflektierenden Scheiben sehen Vögel zum Beispiel den spiegelnden Himmel, Bäume oder Sträucher und kollidieren mit der für sie unsichtbaren Scheibe.
Besonders hohe Gefahrenquellen sind Gebäude mit großen oder weitestgehend zusammenhängenden Fensterfronten, Durchsichtsituationen, Übereckverglasungen, spiegelnde Fassaden oder nächtliche Innenbeleuchtung. Auch freistehende Glaswände (Wind-, Wetter- oder Schallschutz) sind hier zu nennen.
In Ortsrandlagen, durchgrünten Siedlungsgebieten beziehungsweise Glas in der Nähe von Gehölzen ist darüber hinaus mit einem erhöhten Vogelflug zu rechnen, der das Vogelschlagrisiko auch bei kleineren Fenstergrößen signifikant erhöhen kann.
Die Lösung: Scheiben können vogelfreundlich gemacht werden!
Am einfachsten ist der Verzicht auf zu viel Glas. Wo Glas jedoch nötig ist, sollten mattierte, gefärbte, bedruckte oder strukturierte Scheiben beziehungsweise nachträglich aufgeklebte, sichtbare Folienmuster verwendet werden. Dauerhaft geschlossene Jalousien, Vorhänge oder vergleichbare vorgelagerte Gestaltungselemente können ebenso Abhilfe bringen, solange diese geschlossen sind. Licht sollte immer intelligent eingesetzt und insbesondere zu den Vogelzugzeiten an und in Gebäuden abgedunkelt und nachts abgeschaltet werden.
Dies ist für den Menschen kaum, für Vögel aber gut wahrnehmbar!
Der bekannte Aufkleber mit der Greifvogel-Silhouette funktioniert nachgewiesener Maßen nicht. Er zeigt lediglich die Orte, an denen es Probleme mit Vogelschlag an Glas gibt!
Ausschlaggebend für den Wirkungsgrad von Maßnahmen sind stets Abstände, Deckungsgrad, Kontrast und der Außenreflektionsgrad von Scheiben beziehungsweise spiegelnden Flächen.
Nachgewiesene Maßnahmen, die wirkungsvoll sind
Sofortmaßnahmen oder Übergangslösungen
Nachträgliche Maßnahmen
Vermeidung von vornherein!
Weitere Infos und Leitfaden:
- Vogelfreundliches bauen mit Glas und Licht (Öffnet in einem neuen Tab)
Schweizer Vogelschutzwarte Sempach
- Vermeidung von Vogelverlusten an Glasscheiben (Öffnet in einem neuen Tab)
Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten
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Umweltplanung
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