Mombacher Nist-Parcours
Mit dem Mombacher Nist-Parcours entstehen neue Wohn- und Nisthöhlen für heimische Vogelarten, Fledermäuse und Bilche, wie Gartenschläfer und Siebenschläfer. Durch die gezielte Anbringung von künstlichen Nisthilfen, Quartieren und Rückzugsorten wird ein wichtiger Beitrag zum Erhalt geschützter und gefährdeter Arten geleistet.
Der Mombacher Nist-Parcours verläuft entlang des Käthchen-Frödert-Weges und führt über die Obere Kreuzstraße geradeaus weiter in Richtung Mainzer Sand. Dort können Sie die 17 Nisthilfen entdecken.
Lebensräume & Artenschutz
Die einzelnen Standorte bieten typische Lebensräume der einzelnen Arten, von waldartigen Strukturen, lichten Parkanlagen bis zu offenen Landschaften, mit einzelnen Gehölzen des angrenzenden Mainzer Sandes.
Gerade in Zeiten des Klimawandels, des zunehmenden Flächenverbrauchs und des Rückgangs natürlicher Lebensräume gewinnen solche naturnahen Projekte immer mehr an Bedeutung. Der Nist-Parcours verbindet Artenschutz mit Umweltbildung und lädt Naturinteressierte und Spaziergänger:innen dazu ein, die heimische Tierwelt und deren Ansprüche an ihr ökologisches Umfeld bewusst zu beobachten und zu schützen.
Neben dem Ziel, die Artenvielfalt nachhaltig zu fördern, bestehende Populationen zu stärken und neue Lebensräume, auch im städtischen Siedlungsgebiet zu erschließen, verfolgt das Projekt das Ziel, ein Ort der Begegnung, des Lernens und der Begeisterung für Natur und Umwelt aller Generationen zu sein.
Projektzusammenarbeit
Das Projekt ist ein Beitrag zur Umsetzung der städtischen Biodiversitätsstrategie, in Kooperation zwischen Lernen Fördern TG Rheinland-Pfalz gGmbH und dem Grün- und Umweltamt der Landeshauptstadt Mainz.
Steckbriefe der Tierarten
Blaumeise
Die Blaumeise (Cyanistes caeruleus) ist ein kleiner Singvogel mit einer Körpergröße von etwa 11,5 Zentimetern, der durch seinen blauen Scheitel, die blauen Schwanzfedern und die leuchtend gelbe Brust auffällt. Als gesellige Art ist sie außerhalb der Brutzeit häufig in Schwärmen anzutreffen, in denen sie gemeinsam auf Nahrungssuche geht.
Ihr Lebensraum umfasst Gärten, Wälder und Parks, bevorzugt in der Nähe von Wiesen. In Deutschland ist die Blaumeise ganzjährig heimisch und tritt sowohl als Standvogel als auch als Kurzstreckenzieher auf. Ein Teil der Population überwintert in milderen Regionen Mitteleuropas oder im westlichen Mittelmeerraum.
Die Brutzeit erstreckt sich von April bis Juni. Während dieser Zeit nutzt die Blaumeise verschiedene geschützte Nistmöglichkeiten, darunter Baumhöhlen, -ritzen, verlassene Spechthöhlen, Felsspalten sowie Hohlräume an Gebäuden. Die Art gilt derzeit als nicht gefährdet und ist eine der häufigsten Vogelarten in Mitteleuropa.
Braunes Langohr
Das Braune Langohr (Plecotus auritus) zählt zu den kleineren heimischen Fledermausarten mit einer Körperlänge von etwa 4–5 cm und einer Flügelspannweite von 24–29 cm. Charakteristisch sind die außergewöhnlich langen Ohren, die ihm seinen Namen verleihen. Das Rückenfell ist lang, locker und braun-rötlich gefärbt, während die Bauchseite cremefarben erscheint; das Gesicht zeigt eine helle Braunfärbung.
Die Art ist strikt nachtaktiv und zeichnet sich durch einen langsamen, zugleich äußerst wendigen Flug aus. Dank ihrer großen Ohren verfügt sie über eine sehr präzise Echoortung, die es ihr sogar ermöglicht, im Flug zu verharren oder kurzzeitig rückwärts zu fliegen. Das Braune Langohr lebt überwiegend heimlich und zurückgezogen. Im Sommer bilden mehrere Weibchen sogenannte Wochenstubenquartiere, in denen nach einer Tragzeit von etwa 40 bis 70 Tagen – meist im Juni oder Juli – ein einzelnes Jungtier geboren wird.
Als Lebensräume bevorzugt die Art Wälder, nutzt jedoch auch Parks, Gärten, Friedhöfe und Obstbaumbestände. Sommerquartiere befinden sich häufig in Baumhöhlen, Nistkästen sowie in Gebäuden wie Dachböden oder Mauerspalten. Im Winter zieht sich das Braune Langohr in frostgeschützte Quartiere wie Höhlen, Stollen oder Keller zurück und hält von Oktober beziehungsweise November bis etwa März Winterschlaf. Dabei zeigt es ein ausgeprägtes ortstreues Verhalten: Sommer- und Winterquartiere liegen meist weniger als 10 Kilometer auseinander.
In Deutschland und Teilen Europas gilt das Braune Langohr als gefährdet, während es weltweit derzeit nicht als bedroht eingestuft wird.
Gartenbaumläufer
Der Gartenbaumläufer (Certhia brachydactyla) ist ein kleiner, unauffälliger Singvogel mit einer Körperlänge von etwa 12 bis 13 Zentimetern. Durch seine Tarnfärbung wird er häufig übersehen, obwohl er in vielen Gegenden verbreitet ist.
Seine Oberseite ist dunkelbraun und mit feinen weißen Flecken durchsetzt. Diese Musterung dient der Tarnung und lässt ihn optisch mit der Baumrinde verschmelzen. Die Unterseite ist überwiegend weiß, während die Färbung zum Schwanz hin in ein helleres Braun übergeht. Auffällig ist der lange, leicht nach unten gebogenem Schnabel, der perfekt an seine Ernährungsweise angepasst ist. Die Flügel zeigen ein hellbeiges, gestuftes Federkleid.
Der Gartenbaumläufer ist stark an baumreiche Lebensräume gebunden. Er kommt vor allem in Laubwäldern sowie in Parks und Gärten vor, sofern dort ältere Bäume mit grober, rissiger Rinde vorhanden sind – beispielsweise Eichen, Eschen oder alte Obstbäume. Diese Strukturen sind wichtig, da der Vogel dort Insekten und Spinnen aus der Rinde pickt.
Typisch für sein Verhalten ist das spiralförmige Hochklettern an Baumstämmen. Dabei stützt er sich mit seinem Schwanz ab und sucht systematisch die Rinde nach Nahrung ab.
Die Art gilt aktuell als nicht gefährdet, da sie anpassungsfähig ist und in geeigneten Lebensräumen stabile Bestände aufweist.
Gartenrotschwanz
Der Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) ist ein 13 bis 15 cm großer Singvogel mit ausgeprägtem Geschlechtsdimorphismus. Das Männchen zeigt ein aschgraues Gefieder, eine schwarze Kehle sowie eine markante orange Brust; charakteristisch sind zudem der auffällig rostrote Schwanz und die weiße Stirn. Das Weibchen hingegen ist insgesamt unauffälliger graubraun gefärbt, besitzt eine hellere Unterseite und ebenfalls einen deutlich rotbraunen Schwanz.
Ökologisch bemerkenswert ist sein Verhalten als Ansitzjäger: Der Vogel verharrt auf einer erhöhten Sitzwarte, beobachtet seine Umgebung und startet dann kurze, schnelle Jagdflüge, um Beute – meist Insekten – zu ergreifen. Typisch ist dabei das häufige Zittern des Schwanzes.
Der Gartenrotschwanz ist ein ausgeprägter Langstreckenzieher und überwintert in Afrika. Als Lebensräume bevorzugt er lichte Laub- und Mischwälder, insbesondere Kiefernwälder, sowie Parks und naturnahe Gärten.
In Deutschland und Teilen Europas wird die Art auf der Vorwarnliste geführt, was auf mögliche Bestandsrückgänge hinweist. Global betrachtet gilt der Gartenrotschwanz jedoch derzeit als nicht gefährdet.
Gartenschläfer
Der Gartenschläfer (Eliomys quercinus) ist ein mittelgroßer Vertreter der Bilche mit einer Körperlänge von 12–17 cm und einer Schwanzlänge von 10–14 cm. Charakteristisch ist die auffällige schwarze Gesichtszeichnung, die sogenannte „Zorro-Maske“. Das Fell ist auf dem Rücken rotbraun bis grau gefärbt, während Flanken und Unterseite deutlich weiß erscheinen.
Die Art ist nachtaktiv und lebt überwiegend alleine. Gartenschläfer ernähren sich opportunistisch- was sich gerade anbietet, ob tierische und pflanzliche Kost, darunter Insekten, Würmer, Schnecken sowie Früchte und Samen. Die Fortpflanzung erfolgt im Frühjahr: Nach einer Tragzeit von etwa 21 Tagen bringt das Weibchen im Mai in der Regel 4 bis 6 Jungtiere zur Welt, die es allein aufzieht.
Als Nistplätze dienen geschützte und ruhige Strukturen wie Büsche, Baumhöhlen, Totholz oder Nischen. Von Oktober bis April hält der Gartenschläfer Winterschlaf, um die nahrungsarme Jahreszeit zu überstehen.
In Deutschland ist die Art vor allem im westlichen Tiefland sowie in Mittelgebirgsregionen der Mitte und des Ostens verbreitet, kommt darüber hinaus jedoch auch in weiteren Teilen Europas vor. Trotz dieser Verbreitung gilt der Gartenschläfer in Deutschland sowie in großen Teilen Zentral-, Süd- und Osteuropas als stark gefährdet oder ist regional bereits ausgestorben. Weltweit wird er derzeit auf der Vorwarnliste geführt, was auf einen besorgniserregenden Bestandsrückgang hinweist.
Grauschnäpper
Der Grauschnäpper (Muscicapa striata) ist ein 13 bis 15 Zentimeter großer, eher unauffällig gefärbter Singvogel. Sein Erscheinungsbild ist geprägt von einem grauen Obergefieder, einem hellen, weißlichen Bauch sowie einer fein grau gestrichelten Brust. Die Stirn ist dunkler gefärbt, der Schnabel erscheint schwarz.
Als Ansitzjäger verharrt der Grauschnäpper auf einer exponierten Warte und startet von dort aus kurzen, schnellen Stoßflügen, um fliegende Insekten zu erbeuten.
Sie sind ausgeprägte Langstreckenzieher. Während sie in den Sommermonaten in Mitteleuropa anzutreffen ist, überwintert sie von Oktober bis März südlich der Sahara bis hin nach Südafrika. Als Lebensraum bevorzugt der Grauschnäpper lichte Laub-, Nadel- und Mischwälder, insbesondere Waldränder und Lichtungen mit ausreichender Sonneneinstrahlung. Darüber hinaus kommt er auch in strukturreichen Siedlungsbereichen wie Villenvierteln, Friedhöfen und Parks vor.
Die Brutzeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Der Grauschnäpper zeigt eine hohe Flexibilität bei der Wahl seiner Nistplätze und nutzt unter anderem Baumhöhlen, Astgabeln, Mauerlöcher, Rankpflanzen, alte Schwalbennester sowie geschützte Bereiche an Gebäuden wie hinter Fensterläden oder in Blumenkästen. Das Weibchen legt in der Regel 4 bis 6 weißliche Eier mit grünlich-blauer Tönung und braunen Flecken, die über einen Zeitraum von 12 bis 15 Tagen bebrütet werden.
In Deutschland wird der Grauschnäpper auf der Vorwarnliste geführt, während er weltweit derzeit noch als nicht gefährdet gilt.
Großes Mausohr
Das Große Mausohr (Myotis myotis) ist mit einer Körperlänge von 6,8 bis 8 cm und einer Flügelspannweite von etwa 40 cm die größte heimische Fledermausart in Deutschland. Charakteristisch sind das gelblichbraune Rückenfell und die weißlich gefärbte Bauchseite. Das Gesicht zeigt eine rosa bis fleischfarbene Tönung und ist mit Drüsen besetzt. Auffällig sind zudem die großen, ebenfalls fleischfarbenen Ohren mit einem schmalen, spitz zulaufenden Ohrdeckel (Tragus), der etwa die halbe Ohrlänge erreicht. Die Flügel sind dunkelbraun gefärbt.
Die Art ist nachtaktiv und nutzt sowohl die Jagd im Flug als auch das Absammeln von Beutetieren vom Boden. Diese doppelte Jagdstrategie ermöglicht ein breites Nahrungsspektrum. Im Sommer schließen sich mehrere Weibchen zu Wochenstubenquartieren zusammen, in denen nach einer Tragzeit von etwa 60 Tagen – meist im Juni – in der Regel ein einzelnes Jungtier, gelegentlich auch Zwillinge, geboren wird.
Als Sommerquartiere dienen bevorzugt warme Dachböden, insbesondere in Kirchen. Der bevorzugte Lebensraum umfasst zudem Wälder mit wenig Bodenbewuchs, die optimale Bedingungen für die Nahrungssuche bieten. Das Große Mausohr ist in Deutschland weit verbreitet, mit einem Schwerpunkt im Süden, und kommt darüber hinaus in weiten Teilen Europas vor.
Im Winter zieht sich die Art in Höhlen und Stollen zurück und hält von Oktober bis April Winterschlaf. Dabei zeigt sie eine ausgeprägte Ortstreue: Sommer- und Winterquartiere liegen meist in einer Entfernung von maximal etwa 50 Kilometern. Trotz regionaler Gefährdungsfaktoren gilt das Große Mausohr derzeit insgesamt als nicht gefährdet.
Hausrotschwanz
Der Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros) ist ein kleiner Singvogel mit einer Körperlänge von etwa 13 bis 15 Zentimetern. Er ist ein typischer Kulturfolger, was bedeutet, dass er häufig in menschlichen Siedlungen oder landwirtschaftlichen Flächen vorkommt. Er ist also nicht nur in ursprünglichen Lebensräumen wie Wäldern oder Felsen zu sehen.
Dort findet er oft gute Bedingungen – zum Beispiel mehr Nahrung, Nistplätze oder weniger natürliche Feinde. Teilweise bleibt er sogar ganzjährig.
Ansonsten gehören die heimischen Populationen zu den Kurz- und Mittelstreckenziehern, die im Mittelmeerraum überwintern. Auffällig ist, dass der Hausrotschwanz zu den ersten zurückkehrenden Vogelarten im Frühjahr zählt: Oft trifft er bereits Ende Februar wieder in seinem Brutgebiet ein und bleibt auch im Herbst vergleichsweise lange vor Ort.
Als Nistplätze nutzt er bevorzugt geschützte Strukturen wie Höhlen, Felsspalten sowie Nischen an Gebäuden und landwirtschaftlichen Anlagen- aber auch. Die Brutzeit erstreckt sich von April bis Juli, wobei meist zwei Bruten pro Jahr stattfinden. Das Weibchen legt in der Regel drei bis sechs weißliche Eier, die etwa 12 bis 13 Tage bebrütet werden.
Ein deutlicher Geschlechtsunterschied ist vorhanden: Das Männchen zeigt ein überwiegend grauschwarzes Gefieder, während Weibchen und junge Männchen graubraun gefärbt sind. Charakteristisch für beide Geschlechter sind die rötlichen Schwanzfedern. Typisch für die Art ist außerdem ein häufiges Knicksen sowie das auffällige Zittern des Schwanzes.
Der Hausrotschwanz ernährt sich hauptsächlich von Insekten, Spinnen und anderen kleinen Wirbellosen. Dabei jagt er oft vom Boden aus oder von erhöhten Sitzwarten, von denen aus er seine Beute gezielt anfliegt.
Kleiber
Der Kleiber (Sitta europaea) ist ein 12 bis 14,5 Zentimeter großer Singvogel mit charakteristischer Färbung: einem weißen Gesicht mit auffälligem schwarzem Querstreifen über den Augen, einer blaugrauen Oberseite und einer warm orangen gefärbten Unterseite.
Als tagaktiver Vogel zeichnet sich der Kleiber durch sein besonderes Kletterverhalten aus. Er bewegt sich ruckartig an Baumstämmen und Felsen entlang und ist einer der wenigen Vögel, der auch kopfvoran nach unten klettern kann. Eine weitere Besonderheit ist seine Technik zur Nahrungsaufnahme: Nüsse werden in Holzspalten fixiert und anschließend mit dem Schnabel aufgeschlagen.
Sein Nahrungsspektrum variiert je nach Jahreszeit: Während in den warmen Monaten überwiegend Insekten gefressen werden, stehen im Winter vor allem Nüsse und Sämereien auf dem Speiseplan. Der Kleiber ist in Deutschland ganzjährig heimisch und besiedelt bevorzugt offene Laub- und Mischwälder, kommt aber auch in Parks, großen Gärten, Alleen, Friedhöfen und Obstwiesen vor. Die Art gilt derzeit als nicht gefährdet.
Kohlmeise
Die Kohlmeise (Parus major) ist mit einer Körperlänge von etwa 13,5 bis 15 Zentimetern die größte Meisenart in Deutschland. Sie ist durch ihr markantes Erscheinungsbild gut zu erkennen: Der Kopf ist glänzend schwarz mit auffälligen weißen Wangenfeldern. Die Unterseite zeigt eine leuchtend gelbe Färbung, die von einem schwarzen Längsstreifen durchzogen wird, während der Mantel moosgrün gefärbt ist.
Als Lebensraum bevorzugt die Kohlmeise strukturreiche Gebiete mit Bäumen und Gehölzen, darunter Laub- und Mischwälder sowie Parks und Gärten in Siedlungsnähe. Sie ist ein Standvogel und zugleich ein Kurzstreckenzieher und damit ganzjährig in Deutschland zu beobachten. Die meisten Kohlmeisen bleiben auch im Winter in ihrem Lebensraum, lediglich einige Jungvögel ziehen vereinzelt in wärmere Gebiete.
Siebenschläfer
Der Siebenschläfer (Glis glis) ist ein mittelgroßer Bilch mit einer Körperlänge von 13–14 cm und einer Schwanzlänge von 11–15 cm. Charakteristisch sind das dichte, graublaue Fell, die weiße Bauchseite sowie die großen, schwarzen Augen. Der lange, buschige Schwanz unterstützt ihn bei der Balance im Geäst.
Die Art ist überwiegend nachtaktiv und lebt zurückgezogen als Einzelgänger. Dank Saugnäpfen an den Füßen ist der Siebenschläfer ein ausgezeichneter Kletterer und bewegt sich sicher in Baumkronen. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus pflanzlicher Kost wie (Baum-)Früchten, Knospen, Trieben und Blättern.
Die Fortpflanzung erfolgt im Sommer: Nach einer Tragzeit von etwa 28 Tagen bringt das Weibchen im Juli oder August in der Regel 4 bis 6 Jungtiere zur Welt, die es eigenständig aufzieht. Ein auffälliges Merkmal der Art ist der lange Winterschlaf, der von Oktober bis Mai andauert und damit einen Großteil des Jahres umfasst.
Als Lebensräume bevorzugt der Siebenschläfer strukturreiche Laub- und Mischwälder sowie Streuobstwiesen. In Deutschland liegt sein Verbreitungsschwerpunkt südlich der Mittelgebirge; darüber hinaus kommt er in weiten Teilen Europas und bis nach Asien vor.
Star
Der Star (Sturnus vulgaris) ist ein 19 bis 22 Zentimeter großer Singvogel mit einer charakteristischen Erscheinung: Sein Gefieder wirkt auf den ersten Blick schwarz, zeigt jedoch je nach Lichteinfall einen auffälligen violett-grünen Metallglanz und ist mit feinen weißen Flecken versehen. Der Schnabel ist gelb gefärbt.
Als anpassungsfähiger Allesfresser ernährt sich der Star überwiegend von Insekten und Obst, passt sein Nahrungsspektrum jedoch flexibel an die jeweiligen Umweltbedingungen an.
Außerhalb der Brutzeit ist er ausgesprochen gesellig und bildet oft große Schwärme, die durch ihre synchronisierten Flugbewegungen auffallen.
Der Star ist in Deutschland ganzjährig heimisch, wobei ein Teil der Population als Kurzstreckenzieher in mildere Regionen Mitteleuropas oder in den westlichen Mittelmeerraum ausweicht. Sein Lebensraum umfasst Gärten, Wälder und Parks, bevorzugt in der Nähe von Wiesen. Während der Bestand weltweit als stabil gilt, wird der Star in Deutschland als gefährdet eingestuft.
Steinkauz
Der Steinkauz (Athene noctua) ist eine kleine, kompakte Eulenart mit einer Körperlänge von 21 bis 23 cm. Sein Gefieder weist auf der Oberseite einen braunen Grundton mit zahlreichen weißen Tupfern auf, während die Unterseite weiß mit braunen Längsstreifen gezeichnet ist. Charakteristisch sind zudem die markanten weißen Überaugenstreifen, die wie „Augenbrauen“ wirken.
Verhaltensökologisch zeigt der Steinkauz eine ausgeprägte Tagaktivität im Vergleich zu anderen Eulenarten: Häufig sitzt er tagsüber auf exponierten Ansitzwarten und beobachtet seine Umgebung. Dabei besitzt er ein gutes räumliches Gedächtnis, das es ihm ermöglicht, sich Versteckmöglichkeiten effektiv einzuprägen und schnell aufzusuchen. Die Art ist standorttreu und ganzjährig in Deutschland anzutreffen, ohne ausgeprägtes Zugverhalten.
Als Lebensraum bevorzugt der Steinkauz offene, strukturreiche Landschaften wie Felder, Wiesen und Gärten mit Gehölzen. Die Brutzeit erstreckt sich von April bis Mai. Als Nistplätze dienen Gebäudenischen, Steinmauern, Baumhöhlen und Felswände. Das Weibchen legt in der Regel 2 bis 6 rundliche weiße Eier, die über etwa 28 Tage bebrütet werden.
In Deutschland und einigen anderen Ländern wird der Steinkauz als gefährdet eingestuft, was vor allem auf Lebensraumverlust zurückzuführen ist.
Sumpfmeise
Die Sumpfmeise (Poecile palustris) ist ein kleiner Singvogel mit einer Körperlänge von etwa 11,5 bis 13 cm. Charakteristisch sind die braune Oberseite des Gefieders sowie die helle bis beige Unterseite. Auffällige Merkmale sind die glänzend schwarze Kopfplatte, die kontrastierenden hellen Wangen und ein schwarzer Kinnfleck.
Die Art zeigt ein ausgeprägtes Vorratsverhalten, indem sie Nahrung versteckt, um in nahrungsarmen Zeiten darauf zurückzugreifen. Sozial auffällig ist zudem die langfristige Paarbindung; auch die Jungvögel verbleiben vergleichsweise lange im Familienverband, bevor sie selbstständig werden.
Die Brutzeit erstreckt sich von März bis Juni. Als Nistplätze dienen bevorzugt Baumhöhlen oder künstliche Nistkästen. Das Weibchen legt in der Regel 6 bis 10 matte, schmutzig weiße Eier mit braunroten Sprenkeln, die über einen Zeitraum von etwa 12 bis 15 Tagen bebrütet werden. Die Sumpfmeise gilt aktuell als nicht gefährdet, auch wenn regionale Bestandsveränderungen beobachtet werden können.
Waldkauz
Der Waldkauz, auch Strix aluco ist eine mittelgroße, kompakt und kräftig gebaute Eulenart mit einer Körpergröße von 37 bis 43 Zentimetern.
Sein Gefieder variiert zwischen rostbraunen und graubraunen Farbtönen und weist eine charakteristische Musterung aus Tropfenflecken und feiner Längsstrichelung auf, die eine ausgezeichnete Tarnung im Wald ermöglicht. Markant sind die zwei weißlichen Stirnbrauen im Gesicht, während Federohren fehlen. Die Körperunterseite ist stets heller als die Oberseite.
Als anpassungsfähige Art besiedelt der Waldkauz neben Laub- und Mischwäldern auch Parks sowie siedlungsnahe Strukturen. Er ist in ganz Deutschland verbreitet, mit einem Schwerpunkt in den Mittelgebirgen, und kommt darüber hinaus in weiten Teilen Europas (mit Ausnahme des nördlichen Skandinaviens) sowie in Teilen Nordafrikas und Asiens vor.
Wiedehopf
Der Wiedehopf (Upupa epops) ist ein etwa 26–29 cm großer Vogel mit einem charakteristischen langen, leicht gebogenen, dunklen Schnabel. Auffällig sind die orange-braun gefärbten Kopf-, Nacken- und Halsbereiche sowie die namensgebende, aufrichtbare Federhaube mit schwarzen Spitzen. Rücken und Flügel zeigen eine markante schwarz-weiße Bänderung, während die Schwanzfedern überwiegend schwarz sind.
Er ernährt sich vorwiegend von größeren Insekten und deren Larven, ergänzt durch Spinnen, Regenwürmer und gelegentlich kleine Wirbeltiere wie Eidechsen. Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend am Boden, wo er mit seinem Schnabel gezielt im Boden stochert. Ein besonderes Verhalten zeigt sich bei Bedrohung: Weibchen und Jungvögel können ein übelriechendes Sekret absondern, das potenzielle Fressfeinde abschreckt.
Der Wiedehopf ist ein Langstreckenzieher und überwintert in tropischen Regionen Afrikas sowie in der Sahelzone. Als Lebensraum bevorzugt er halboffene bis offene, insektenreiche Landschaften wie Weinberge, Streuobstwiesen und Böschungen mit lückiger Vegetation.
In Deutschland und Teilen Europas gilt die Art als gefährdet, regional ist sie bereits verschwunden oder vom Aussterben bedroht.
Zwergfledermaus
Die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) zählt mit einer Körperlänge von etwa 5 cm und einer Flügelspannweite von rund 20 cm – neben der Mückenfledermaus – zu den kleinsten Fledermausarten Deutschlands. Sie besitzt kurze Ohren, ein schmal gebautes Flügelprofil sowie ein charakteristisches Fell: Der Rücken ist schwarzbraun gefärbt, während die Bauchseite heller, graubraun erscheint.
Als Nahrung dienen vor allem kleinere Nachtfalter, Mücken und Fliegen. Die Zwergfledermaus beginnt ihre Jagd häufig bereits in der Dämmerung und ist daher vergleichsweise gut auch bei Restlicht zu beobachten. Ihr Flug ist schnell und äußerst wendig. Wie alle Fledermäuse nutzt sie zur Orientierung und Beuteortung die Echoortung: Sie sendet Ultraschalllaute aus, die für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar sind, und wertet die zurückkehrenden Echos aus. Zusätzlich existieren hörbare Laute, die der sozialen Kommunikation dienen.
Im Sommer schließen sich mehrere Weibchen zu Wochenstubenquartieren zusammen. Die Art zeigt eine ausgeprägte Ortstreue; Sommer- und Winterquartiere liegen in der Regel weniger als 50 Kilometer voneinander entfernt. Als Lebensräume nutzt die Zwergfledermaus ein breites Spektrum, darunter Städte, Dörfer sowie angrenzende Parkanlagen und Wälder.
Die Zwergfledermaus ist in fast ganz Deutschland anzutreffen.

















