Umweltfreundlich Wäsche waschen
Saubere Wäsche ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Damit unsere Wäsche frisch und sauber aus dem Schrank kommt, muss sie regelmäßig gewaschen werden. Wie das Wäschewaschen nachhaltig und kostensparend geht, verraten wir Ihnen in diesem Umwelttipp.
Wäsche waschen verbraucht Trinkwasser, Strom und Waschmittel, aber auch das Abwasser muss gereinigt werden. Gerade bei den Posten Strom- und Waschmittelverbrauch gibt es oft Einsparpotentiale, die Geldbeutel und Umwelt gleichermaßen schonen.
Welches Waschprogramm brauche ich?
Waschmaschinen verbrauchen zwischen 35 und 115 Liter Wasser pro Durchgang. Das hängt vor allem vom gewählten Waschprogramm und dem Alter der Maschine ab. Das an der Maschine eingestellt Programm hat außerdem eine direkte Auswirkung auf die Füllmenge der Maschine. Eine Waschmaschine kann bei normaler Koch-/Buntwäsche oder im ECO-Programm voll beladen werden. Voll beladen ist sie dann, wenn man noch eine Hand oben in der Trommel drehen kann. Bei der Einstellung "Pflegeleicht" soll die Maschine hingegen nur zur Hälfte, bei Feinwäsche zu einen Viertel und bei Wollwäsche zu einem Fünftel der maximalen Füllmenge beladen sein. Eine geringere Beladung schont zwar die Wäsche, es wird aber auch mehr Trinkwasser verwendet. Damit die eingesetzte Trinkwassermenge möglichst gut ausgenutzt wird, sollte die Maschine immer optimal beladen sein.
Gut zu wissen: Das EU-Energielabel für Waschmaschinen richtet sich vor allem nach dem Stromverbrauch der Maschine. Die Angabe für den Wasserverbrauch in Liter ist für einen Waschgang beim eco-Programm angegeben. Wie viel Wasser ihre eigene Maschine benötigt, steht in der Bedienungsanleitung unter den Verbrauchswerten.
Der Energieverbrauch beim Waschen ist in erster Linie von der Waschtemperatur abhängig, da das Aufheizen des Wassers deutlich mehr Energie verbraucht als die Trommelbewegung. Darum laufen energiesparende Programme länger, um bei niedrigeren Temperaturen ein vergleichbar gutes Waschergebnis zu erzielen. Leicht und normal verschmutzte Buntwäsche wird bei 30 °C und Weißwäsche in der Regel bereits bei 40 °C sauber. Niedrige Temperaturen töten Keime in der Maschine nicht zuverlässig ab. Daher sollte mindestens einmal im Monat eine 60°C Wäsche gewaschen werden.
Welches Waschmittel darf es sein?
Waschmittel und andere Waschzusätze belasten Kläranlagen und Gewässer mit Chemikalien. Grundsätzlich sind pulverförmige Waschmittel umweltschonender, denn sie haben eine höhere Waschleistung. Bei den Kompakt-Waschmitteln wird vor allem auf Füllstoffe verzichtet, daher wird weniger Produkt pro Waschgang benötigt.
Wichtig und sinnvoll ist es die Wäsche vor zu sortieren, um dann das richtige Waschmittel wählen zu können. Im Handel werden pulverförmige Voll- und Colorwaschmittel angeboten, beide enthalten auch einen Wasserenthärter. Vollwaschmittel enthalten zusätzlich noch Bleichmittel, das bereits bei 60 °C zuverlässig Flecken entfernt. Das Bleichmittel lässt aber auch Farben schneller verblassen, deswegen bei bunter Wäsche ein Colorwaschmittel zu nutzen.
Gut zu wissen: Auf Weichspüler kann gut verzichtet werden. Handelsübliche Weichspüler enthalten meist kationische Tenside, Duft- und Farbstoffe. Diese werden beim letzten Waschgang zur Wäsche gegeben und legen sich um die Fasern. Die enthaltenen Duftstoffe können Allergien auslösen. Außerdem können Duft- und Farbstoffe größtenteils nicht aus den Abwässern herausgefiltert werden.
Wie viel Waschmittel braucht es?
Moderne Waschmittel sind mittlerweile doppelt so ergiebig wie vor rund 20 Jahren, allerdings ist der Verbrauch insgesamt im selben Zeitraum kaum zurückgegangen. Wenn wir nicht alle deutlich mehr gewaschen haben, spricht vieles dafür, dass zu viel Waschmittel pro Waschgang eingesetzt wird. Das schadet den Gewässern und dem Geldbeutel gleichermaßen.
Die Dosierung ist von der Verschmutzung und der Wasserhärte abhängig. Die Wasserhärte wird in °dH (Grad Deutscher Härte) angegeben. Weiches Wasser (bis 7,3 °dH) erfordert die geringste Waschmittelmenge. Im Mainzer Stadtgebiet liegen Härtebereiche von mittel (bis 14 °dH) bis hart (bis 21,3 °dH) und sehr hart (über 21,3 °dH) vor. Je härter das Wasser ist, umso mehr Waschmittel ist erforderlich. Welche Wasserhärte in ihrem Stadtteil vorliegt, erfahren Sie bei Ihrem Wasserversorger. In der Linkliste haben wir Ihnen die Versorger für das Stadtgebiet verlinkt.
Die genaue Dosierungsmenge für das von Ihnen verwendete Waschmittel finden Sie auf der Verpackung. Eine Dosierhilfe (Becher) gibt es bei den meisten Drogeriemärkten auf Nachfrage.
Sind Pods oder Waschblätter besser?
Waschmittel-Pods oder -Caps sind aufgrund ihrer Vordosierung einfach und schnell anzuwenden. Es wird durch die hohe Konzentration an waschaktiven Substanzen weniger Waschmittel pro Waschgang benötigt. Die Umverpackung der Pods besteht aus einer wasserlöslichen und biologisch abbaubaren Folie, daher ist keine Umweltbelastung durch Mikroplastik zu befürchten. In den Pods/Caps sind oft auch noch Fleckenentferner und Duftstoffe, die nicht notwendig sind. Auch der verhältnismäßig hohe Preis sowie die fehlende Möglichkeit der individuellen Dosierung sprechen gegen den Einsatz der Pods. Ein Pod ist in der Regel für fünf Kilogramm Wäsche dosiert, hat die Waschmaschine eine höhere Zuladung, müssten zwei Pods eingesetzt werden.
Waschblätter sind vordosierte, kompakte Blätter in der Größe einer Postkarte, die direkt in die Waschtrommel gelegt werden. Sie enthalten konzentrierte Waschmittel, die sich während des Waschvorgangs auflösen. Die Blätter sind frei von chemischen Zusätzen wie Bleichmitteln, synthetischen Duftstoffen und Konservierungsstoffen. Das fehlende Bleichmittel kann dazu führen, dass weiße Wäsche mit der Zeit vergrauen. Bei Flecken in der Wäsche ist eine Vorbehandlung notwendig. Waschblätter können eine umweltfreundliche Option darstellen, wenn sie aus nachhaltigen Materialien hergestellt werden und der Herstellungsprozess auf ökologische Produktion setzt.
Fazit: Wer seine Wäsche gut sortiert, Waschmittel richtig dosiert, bei niedrigen Temperaturen wäscht und nach Möglichkeit auf Zusatzstoffe verzichtet, kann auf einfache Weise den Geldbeutel schonen und etwas für die Umwelt tun.
Weitere Informationen finden Sie hier:
- Wasserhärte im Versorgungsgebiet der Mainzer Stadtwerke (Öffnet in einem neuen Tab)
- Wasserhärte im Versorgungsgebiet der wvr GmbH (Ebersheim und Laubenheim) (Öffnet in einem neuen Tab)
- Tipps zu Waschmitteln von Utopia (Öffnet in einem neuen Tab)
- Tipps zum Wäschewaschen des Umweltbundesamtes (Öffnet in einem neuen Tab)
