Inhalt anspringen
30. Juli 2026

Mainz stärkt Radverkehrsnetz mit neuer Verbindung im Herzen der Innenstadt

Hintere Bleiche wird zur Fahrradstraße

Neue Route ergänzt Lückenschluss der Straßenbahn in der Binger Straße: ein Plus bei Sicherheit und Orientierung, weniger Nutzungskonflikte

Mit der Einrichtung einer Fahrradstraße in der Hinteren Bleiche entwickelt die Landeshauptstadt Mainz ihr innerstädtisches Radverkehrsnetz gezielt weiter. Die Maßnahme ist Teil der umfassenden Neuordnung des Verkehrsraums im Zusammenhang mit dem Straßenbahnlückenschluss in der Binger Straße und verfolgt ein klares Ziel: Die unterschiedlichen Verkehrsarten sollen künftig besser aufeinander abgestimmt und der Radverkehr auf einer sicheren, verständlichen und möglichst konfliktarmen Verbindung durch die Innenstadt geführt werden.

Am Montag, 03. August 2026 beginnen die Markierungsarbeiten für die Fahrradstraße. Diese ergänzt im Folgenden die gleichzeitig entstehenden Verbesserungen in der Binger Straße, auf der Alicenbrücke sowie am Hauptbahnhof West. Gemeinsam bilden diese Maßnahmen eine optimierte Mobilitätsachse zwischen Hauptbahnhof, Innenstadt und Rhein, die den öffentlichen Nahverkehr stärkt und gleichzeitig das Radverkehrsnetz sinnvoll ergänzt.

„Mit dem Lückenschluss der Straßenbahn gestalten wir nicht nur eine neue Verbindung für den öffentlichen Nahverkehr. Wir nutzen diese einmalige Gelegenheit, den gesamten Straßenraum weiterzuentwickeln. Dazu gehört selbstverständlich auch ein Radverkehrsnetz, das verständlich, sicher und alltagstauglich ist. Die Fahrradstraße in der Hinteren Bleiche ist deshalb kein Einzelprojekt, sondern ein wichtiger Baustein des Gesamtkonzeptes, das die unterschiedlichen Mobilitätsformen besser miteinander verbindet“, erklärt Janina Steinkrüger, Dezernentin für Umwelt und Mobilität. 

Immer mehr Menschen nutzen in Mainz unterschiedliche Verkehrsmittel, um ihre täglichen Wege zurückzulegen. Sie gehen zu Fuß, fahren mit Bus und Straßenbahn, nutzen das Fahrrad oder das Auto - und dies häufig auch im Wechsel. Diese Vielfalt stellt die Stadt vor die Aufgabe, den vorhandenen Straßenraum so zu gestalten, dass sich alle Verkehrsteilnehmer:innen möglichst sicher, verständlich und konfliktarm fortbewegen können. 

Als parallel zur Großen Bleiche und Kaiserstraße verlaufende Straße verbindet die Hintere Bleiche den Hauptbahnhof mit der Innenstadt und dem Rhein auf direktem Weg. „Die Hintere Bleiche stellt bereits heute eine wichtige Verbindung für den Radverkehr dar. Mit der Fahrradstraße stärken wir eine Strecke, die sich im Alltag längst bewährt hat. Wir geben ihr nun offiziell den Stellenwert, den sie innerhalb unseres Radverkehrsnetzes bereits besitzt“, so Steinkrüger. 

Die Einrichtung der Fahrradstraße steht in engem Zusammenhang mit dem Lückenschluss der Straßenbahn in der Binger Straße. Mit der neuen Trasse entstehen auch neue Haltestellen, zusätzliche Gleisbereiche und komplexe Verkehrsbeziehungen, insbesondere rund um den Münsterplatz. Dort müssen Radfahrer:innen künftig mehrere Gleise queren und sich in einen anspruchsvollen Knotenpunkt einfädeln. 

Die Hintere Bleiche bietet hier bewusst eine attraktive Alternative. Wer diese Verbindung nutzt, kann viele der komplexen Verkehrsbereiche umfahren und gelangt dennoch auf direktem Weg vom Hauptbahnhof in die Innenstadt. 

Dabei bleibt die Hintere Bleiche natürlich weiterhin für Anwohner:innen sowie für Lieferverkehre, Handwerksbetriebe, Dienstleistungen und weitere berechtigte Verkehre erreichbar. Die Straße wird daher mit dem Zusatzzeichen „Anlieger frei“ ausgewiesen. Fahrten zu Wohnungen, Geschäften, Arztpraxen oder Lieferzielen bleiben somit weiterhin möglich.

Darüber hinaus werden einzelne Stellplätze insbesondere in Kreuzungsbereichen angepasst, Sichtbeziehungen verbessert und die Hintere Bleiche künftig als Vorfahrtsstraße ausgestaltet. Ziel ist eine möglichst sichere und übersichtliche Verkehrsführung - für alle Beteiligten. 

„Gute Verkehrsplanung verbindet unterschiedliche Mobilitätsformen - genau dafür steht das Projekt rund um den Ausbau der Binger Straße: Wir schaffen ein leistungsfähiges Gesamtsystem, in dem Straßenbahn, Bus, Radverkehr, Fußverkehr inklusive Barrierefreiheit und der Autoverkehr ihren Platz haben und zusammenwirken. Das macht unsere Stadt lebenswerter und unsere Mobilität zukunftsfähig“, so Steinkrüger.

Erläuterungen und Hinweise

Sprachauswahl

Schnellsuche