Ostasien und Islam
Das Gutenberg-Museum besitzt eine umfassende Sammlung zur Druck- und Schriftkultur Ostasiens und des Islam. Neben herausragenden Zeugnissen der europäischen Buch- und Druckgeschichte kann es damit auch bedeutende außereuropäische Bestände präsentieren.
China, Korea und Japan – Die Ostasien-Abteilung
Zahlreiche großzügige Schenkungen und Dauerleihgaben unserer chinesischen, koreanischen und japanischen Partnermuseen veranschaulichen das breite Spektrum der Buch-, Druck- und Schriftkunst im ostasiatischen Raum. Da das Drucken mit beweglichen Lettern – jedoch mit einer gänzlich anderen Motivation und Technik – zeitlich weit vor Gutenberg in China erfunden und in Korea mit einem abweichenden Verfahren angewandt wurde, sind diese Zeugnisse im Gutenberg-Museum und damit an der „Wiege des europäischen Buchdrucks“ von ganz besonderer Bedeutung. Sie stellen Parallelentwicklungen heraus und zeigen, dass sich die Erfindung des Druckens mit beweglichen Lettern unabhängig voneinander in Ostasien und Europa vollzog.
China
Korea
Japan
Zeugnisse islamischer Druck- und Schriftkultur
Die Islam-Abteilung zeigt anhand ausgewählter Beispiele die wichtigsten Etappen des Druckens in den Schriften des Nahen Ostens. Sie veranschaulicht die Druckgeschichte im islamischen Kulturkreis, die von einer stark handschriftlichen Tradition und europäischem Einfluss bestimmt wird. Sammlungsschwerpunkte sind Objekte und Zeugnisse der Druckkunst, der Buch- und Schriftkultur, vorzugsweise aus dem osmanischen Reich und Persien sowie Exponate der europäischen Druckkunst in den Sprachen des Nahen Ostens.
Bedeutende Sammlungsobjekte
- Arabisches Blockdruckamulett mit Gebeten und Koranzitaten, gedruckt im Blockdruck auf europäischem Papier (Ägypten, 1. Hälfte 15. Jh.)
- Erste grossherrliche Erlaubnis des osmanischen Regenten Sultan Ahmed II für islamische Druckwerke in arabischer Schrift, 1729
- Arabisches Alphabet, in: Bernhard von Breydenbach, Peregrinatio in Terram Sanctam, Mainz 1486
- Dreißigster Teil des Korantextes als Tageslosung mit flächenvergoldetem Ledereinband mit Klappe (16. Jh.)





