Positive Nachrichten für das Gutenberg-Museum: 7,45 Mio. Fördermittel zugesagt
Forderungen der Gutenberg-Stiftung sind nachvollziehbar und werden im Tenor mitgetragen
Die Zukunft des Gutenberg-Museums nimmt weiter Gestalt an: Neben den Bauplanungen zum Neubaukomplex und den Planungen zur Szenografie des neuen Museums wird aktuell kontinuierlich an der Förder- und Finanzierungsstrategie weitergearbeitet. Hierzu erreichten die Landeshauptstadt Mainz nun positive Nachrichten aus Berlin: Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) hat nun den Zuwendungsbescheid über 7,45 Mio. EUR zur Förderung der Szenografieausstattung des neuen Gutenberg-Museums übersendet. Die Mittel stammen aus dem Programm „KulturInvest 2024“. Die Förderung ermöglicht die Umsetzung einer dem Weltmuseum der Druckkunst adäquaten Szenografie.
Der für das Gutenberg-Museum Mainz zuständige Dezernent Ludwig Holle unterstreicht: „Die formale Bestätigung der angekündigten Fördermittel durch den Bund ist eine großartige Nachricht und ein starkes Signal für die Bedeutung des Projektes. Ich danke dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer und den zuständigen Stellen auf Bundesebene. Ich freue mich sehr über dieses Signal.“
Das Bundesförderprogramm stehe für zukunftsweisende Kulturförderung mit gesamtstaatlicher Relevanz. Mit den Mitteln könne nun das geplante Ausstellungskonzept, bei dem historische Zusammenhänge in den Kontext der heutigen Medienwelt überführt werden sollen, umgesetzt werden.
Als Projekt mit besonderer gesellschaftlicher Bedeutung bleibe das Gutenberg-Museum Mainz seit Anbeginn Gegenstand des öffentlichen Interesses und Augenmerk von breit angelegten partizipativen Verfahren. Ein Haus, dass sich dem Buchdruck als einer der größten Erfindungen des Menschen und damit der Demokratisierung von Wissen verschrieben habe, „kann per se nicht ohne Resonanz in der Öffentlichkeit bleiben“, betont Holle. Daher sei es nachvollziehbar und gewünscht, dass sich auch die engagierte Stadtgesellschaft und viele Gutenberg-Begeisterte für das Museum einsetzen und sich für dessen Unterstützung aussprechen.
Forderungen der Gutenberg-Stiftung
Angesichts der aktuellen Ausführungen der Gutenberg-Stiftung im Zuge eines Pressegespräches könne die Stadtspitze die Gedanken zum aktuellen Status der künftigen Trägerkonstruktion und der Betriebskosten nachvollziehen: „Dass wir mit dem Gutenberg-Museum als Weltmuseum der Druckkunst sowohl die Stadt, zugleich aber auch Land und Bund dauerhaft gern mit an Bord sehen möchten, wurde bereits mehrfach platziert und ist daher kein Geheimnis. Wir stehen weiterhin im Kontakt mit beiden Ebenen, wenngleich mit der Landtagswahl und den neuen Zuschnitten in den Ministerien ein kurzes Einhalten einhergeht.“
Dass die Gutenberg-Stiftung hier Druck entfacht und Tempo anmahnt, sei nachvollziehbar und zugleich ihr gutes Recht als Kreis jener, die sich dem Erbe Gutenbergs verpflichtet fühlen. Holle: „Die kritische Expertise stützt zugleich unsere Stoßrichtung, welche in der Zielsetzung weitestgehend die Gleiche ist.“
Holle stellt zugleich klar: „Was wir nicht nachvollziehen können ist, dass Signale wahrgenommen werden, dass die Stadt sich mit dem ‚Interim‘ zufriedengeben würde, verbunden mit dem vermeintlichen Signal, das große Ziel Neubau und Modernisierung des Weltmuseums der Druckkunst nicht mehr umsetzen zu wollen oder gar aus den Augen zu verlieren. Eine solche Einschätzung spiegelt in keiner Weise die Ziele der Bemühungen der letzten Jahre wieder, das Haus komplett neu und zukunftsfähig aufzustellen – sowohl baulich, didaktisch wie auch in der künftigen Trägerschaft.“
Baustelle
Auf der Baustelle am Liebfrauenplatz ist bereits Veränderung zu erleben, auch im Hintergrund laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Der Dezernent für Bauen, Denkmalpflege und historisches Erbe, Ludwig Holle: „Wir verfügen sowohl im Museum als auch im Baubereich über hoch engagierte Teams mit ausgewiesener Expertise, die sowohl die inhaltliche Ausgestaltung des neuen Museums als auch dessen künftigen Betrieb umsichtig, zukunftsweisend und innovativ konzipieren und sich zugleich mit großer Kompetenz, Überzeugung und Leidenschaft für dieses Projekt einsetzen. Alle Beteiligten verfolgen das gemeinsame Ziel, das enorm bedeutsame Vorhaben erfolgreich umzusetzen und für die Zukunft auszurichten. Wir bleiben auf diesem Weg selbstverständlich auch mit allen weiteren Unterstützer:innen kontinuierlich im engen Austausch.“
Die Landeshauptstadt Mainz ist überzeugt, dass so die herausragende gesamtstaatliche Bedeutung des Museums für die Stadt, das Land und den Bund erneut bekräftigt werden kann.
Förder- und Finanzierungsstrategie
Neben den nun fest zugesagten Mitteln des Bundes für die Szenografieausstattung wird für die Finanzierung des Baus in Abstimmung mit dem Land Rheinland-Pfalz eine finanzielle Förderung aus dem Landeshauptstadtzuschuss eingeplant. Die angedachte Fördersumme beläuft sich hier noch einmal auf rund 20 bis 25 Mio. EUR. Hier wurde bereits die erste Stufe des Antragsverfahrens positiv absolviert.
Für die Finanzierung der denkmalgerechten Ertüchtigung des „Hotel Schwan" hat die Landeshauptstadt beim Bundes-Sonderförderprogramm „Denkmalschutz Sonderprogramm" im November 2025 ihr Interesse bekundet und wurde bereits - so hat es der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) kürzlich mitgeteilt - als förderwürdig ausgewählt.
Die aktualisierte Fördersumme beläuft sich auf ca. 1,03 Mio. EUR.
Zur finanziellen Unterstützung des Gesamtprojektes wurde mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) Kontakt aufgenommen. Hierbei handelt es sich um die Bereitstellung eines möglichen vergünstigten Kredits.
Der für das Mainz zuständige Dezernent Ludwig Holle unterstreicht: „Ein zentrales Anliegen meiner Arbeit als neuer Dezernent ist es, eine möglichst transparente und verlässliche Informationsgrundlage für das Bauprojekt zu schaffen. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass größere Bauvorhaben naturgemäß mit gewissen Unsicherheiten verbunden sind. Ziel ist es, zu gegebener Zeit einen fundierten Sachstand präsentieren zu können, der den aktuellen Erkenntnissen und Rahmenbedingungen bestmöglich Rechnung trägt.“
Trägerschaftsstruktur: Stiftung bleibt weiterhin das Ziel
Es bleibt weiterhin das erklärte Ziel, das Gutenberg-Museum Mainz in eine neue Trägerschaftsstruktur in Form einer Stiftung zu überführen, an der sich neben der Stadt Mainz auch das Land Rheinland-Pfalz sowie perspektivisch weitere Partner:innen, beispielsweise der Bund, beteiligen können. Die Stadt setzt damit die Empfehlung der breit angelegten Arbeitswerkstätten „Modernisierung Gutenberg-Museum“ um und hatte zur professionellen Begleitung dieses wichtigen Themas die renommierte Agentur KULTUREXPERTEN unter der Leitung von Prof. Oliver Scheytt beauftragt.
In konstruktiven Gesprächen mit dem Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration der Vorgängerregierung in Rheinland-Pfalz wurden bereits wichtige Grundlagen dafür geschaffen: Der Satzungsentwurf für die Stiftung wurde dem Ministerium vorgestellt und die dort eingebrachten Anregungen konnten erfolgreich in die weitere Ausarbeitung einfließen.
Auch mit der neuen rheinland-pfälzischen Landesregierung und dem zuständigen neuen Minister hat der neue Dezernent Ludwig Holle Kontakt aufgenommen, um die Gespräche weiterhin engagiert und mit großer Zielstrebigkeit fortzuführen. Auch mit dem Bund hat bereits ein erster Austausch stattgefunden.
Ludwig Holle dazu: „Die Tatsache, dass das Gutenberg-Museum im Koalitionsvertrag des Landes nicht explizit Erwähnung findet, sollte nicht als mangelnde Wertschätzung verstanden werden. Der Koalitionsvertrag nennt keine expliziten Projekte. Die kulturelle und historische Bedeutung ist den Entscheidungsträger:innen auf Landesebene selbstverständlich bekannt.“
Naturgemäß werden im laufenden Prozess noch zahlreiche fachliche und organisatorische Details zur neuen Trägerstruktur und zum Betrieb des neuen Museums zu klären sein. Alle Prozesse sind aber aufeinander abgestimmt und die neue Trägerstruktur soll so vorbereitet werden, dass sie mit der Fertigstellung des neuen Museums unmittelbar greifen und einen erfolgreichen, reibungslosen Start des Museumsbetriebs ermöglichen wird.