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30. Oktober 2026

300 Jahre Neuer Brunnen in der Großen Bleiche

Mainz feiert ein Stück Stadtgeschichte: Der spätbarocke Brunnen auf dem Neubrunnenplatz wird 300 Jahre alt.

Seit 300 Jahren prägt der Neue Brunnen den Neubrunnenplatz in der Großen Bleiche. Anlässlich des Jubiläums würdigten Oberbürgermeister Nino Haase und Umweltdezernentin Janina Steinkrüger das spätbarocke Bauwerk bei einer kleinen Feierstunde. Zum Geburtstag erhielt der Brunnen eigens angefertigten Blumenschmuck in den Farben der Landeshauptstadt Mainz.

Um die Geschichte und Bedeutung des Brunnens anschaulich zu vermitteln, hat die Verwaltung zudem ein Roll-up mit Informationen zur Symbolik, zur Historie und zu den technischen Daten erstellt. Zu sehen sind darauf auch ein Grundrissplan aus dem Jahr 1726 sowie eine historische Ansicht des Brunnens um 1840 mit dem ehemaligen Metternich’schen Hof im Hintergrund. Dank der Kooperation mit der Gesellschaft Casino „Hof zum Gutenberg“ ist das Roll-up noch bis Ende des Jahres im Eingangsbereich des Hauses von außen zugänglich.

„Der Neue Brunnen ist seit 300 Jahren ein Stück Mainzer Stadtgeschichte und ein Blickfang in der Großen Bleiche“, sagte Oberbürgermeister Nino Haase. „Indem wir dieses Jubiläum feiern, machen wir die Geschichte dieses besonderen Bauwerks sichtbar und würdigen zugleich die Bedeutung historischer Orte für die Identität unserer Stadt.“

„Brunnen bereichern unsere Plätze, schaffen Aufenthaltsqualität und können gerade an heißen Tagen zur Abkühlung beitragen. Damit spielen sie auch bei der Anpassung an den Klimawandel eine Rolle“, sagte Umweltdezernentin Janina Steinkrüger. „Ich freue mich deshalb, dass der Neue Brunnen saniert werden konnte und wir dieses bedeutende Bauwerk für die Mainzerinnen und Mainzer erhalten. Unser Ziel ist es, historische Brunnen zu bewahren und sie zugleich als lebendige Orte im öffentlichen Raum erlebbar zu machen.“

Ein Brunnen mit bewegter Geschichte

Der Neue Brunnen wurde 1726 von Johannes Weydt aus rotem Sandstein als Laufbrunnen errichtet. Die Flussgötter Rhein und Main stammen vom Bildhauer Mathias Hiernle, die Löwen vom Bildhauer Josef Scholl. Möglich wurde der Bau durch Kurfürst Lothar Franz von Schönborn im Zusammenhang mit der zwischen 1724 und 1728 errichteten Wasserleitung, die das Wohngebiet der drei Bleichen versorgte.

Ursprünglich saßen die beiden Flussgötter parallel zur Großen Bleiche. Anstelle der heutigen Löwenfiguren befanden sich zunächst zwei Nymphen. Den Obelisken krönte ein vergoldeter Kurhut. Die Reliefs an den Seiten des Brunnens zeigen Symbole guter Staatsführung sowie der Künste und Wissenschaften, des Krieges, des Handels und der Schifffahrt.

Nach dem Ende der kurfürstlichen Herrschaft in Mainz ließen die Franzosen am 29. Mai 1798 den Kurhut entfernen und das Wappen des Kurfürsten abschlagen. An den Seiten wurden vier Inschrifttafeln angebracht. Anlässlich des Besuchs Napoleons im Jahr 1806 wurden diese wieder entfernt und durch eine Marmortafel ersetzt, die 1814 verschwand.

Bei einer Restaurierung im Jahr 1828 wurden die beiden Nymphen durch Löwen ersetzt. Eine weitere Renovierung erfolgte 1877. Dabei wurde der Text der ursprünglichen Widmungstafel wieder angebracht; außerdem wechselten Flussgötter und Löwen ihre Plätze.

1963 wurden die Originalfiguren der Flussgötter durch Kopien ersetzt. Die Originale kamen ins Landesmuseum. Weitere Sanierungen folgten 2002 und 2013. Dabei wurden unter anderem neue LED-Unterwasserleuchten installiert.

Sanierung zum Jubiläum

Zum 300. Geburtstag steht eine weitere Maßnahme an: Weil in den vergangenen Jahren Wasser aus dem Becken ausgetreten ist, muss dieses vollständig neu abgedichtet werden. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf rund 12.000 Euro.

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