Der bevölkerungsreichste Mainzer Stadtteil (Mainz-Neustadt) ist seit dem Jahr 2000 eines von drei Regionalfenstern des Bund-Länder-Programms ‚Soziale Stadt‘. Wie in der Sozialraumanalyse bestätigt, weißt die nördliche Neustadt neben sozialräumlichen Defiziten auch in Teilbereichen gravierende städtebauliche Problemlagen auf. Während der südliche Bereich bis zur Josefstraße durch eine eher dichte und geschlossene gründerzeitliche Blockrandbebauung geprägt ist und damit im Wesentlichen ein homogenes Erscheinungsbild aufweist, sind die strukturellen und städtebaulichen Mängel insbesondere im Norden der Neustadt deutlich sichtbar.
Zur Behebung dieser Mängel wurde für das Regionalfenster Mainzer Neustadt ein Integriertes Entwicklungskonzept (IEK) und ein Stadtteilrahmenplan 'Nördliche Neustadt' erarbeitet, um eine Grundlage zur städtebaulichen Unterstützung des Entwicklungsprozesses für die nördliche Neustadt zu schaffen.
Aufgrund der erkennbaren stadträumlichen, städtebaulichen und sozialen Defizite sowie der Notwendigkeit der perspektivischen Zusammenführung der Neustadt mit dem neuen Stadtquartier Zoll- und Binnenhafen (Kultur, hochwertiges Wohnen, Dienstleistungen) empfiehlt der Rahmenplan zur Stabilisierung des nördlichen Bereiches eine nachhaltige städtebauliche Intervention.
Von besonderer Bedeutung in diesem Kontext ist der bereits in der Rahmenplanung als Vertiefungsschwerpunkt behandelte Bereich 'Wallaustraße / Emausweg'. Als Reaktion auf die stadträumlichen und städtebaulichen Missstände schlägt der Rahmenplan hier die Entwicklung eines neuen Quartiersplatzes südlich der Wallaustraße in Verlängerung der Lahnstraße vor. Der neue Quartiersplatz soll als Kristallisationspunkt wirken und die nördliche Neustadt über eine hohe Aufenthaltsqualität aufwerten. Darüber hinaus soll er als 'Brückenkopf' der Neustadt eine attraktive Verbindung zum Zoll- und Binnenhafen ermöglichen.