SchUM-Artist in Residence: Abschlussveranstaltung mit Raphaël Fischer-Dieskau
Das gemeinsam von den SchUM-Städten und dem SchUM-Städte Verein getragene „Artist in Residence“-Programm brachte 2026 zum dritten Mal internationale Künstler:innen nach Speyer, Worms und Mainz, um sich vor Ort mit der Geschichte, Kultur und dem reichen jüdischen Erbe der SchUM-Gemeinden auseinanderzusetzen und dadurch einen neuen Zugang zum UNESCO-Welterbe der SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz zu eröffnen.
Der deutsch-französische Künstler Raphaël Fischer-Dieskau setzte sich während seines fünfwöchigen Aufenthalts als „SchUM-Artist in Residence“ in der Landeshauptstadt Mainz intensiv mit der jüdischen Geschichte der SchUM-Gemeinden und den Spuren kulturellen Verlusts auseinander. Den feierlichen Abschluss seiner Residency beging Raphaël Fischer-Dieskau gemeinsam mit Oberbürgermeister Nino Haase am 27. Mai im Rahmen einer öffentlichen Präsentation seines Kunstprojekts. Der Künstler wurde von einem Cello-Ensemble der Hochschule für Musik Mainz unter der Leitung von Prof. Manuel Fischer-Dieskau, dem Vater des Künstlers, begleitet.
Seine Klang-Installation „The Magenza Protocols – Transmission After Rupture“ platzierte er im Gebiet des auf dem Platz der ehemaligen Judenwache in der Klarastraße. Sie war dort etwas mehr als eine Woche zu sehen. Die eigens für Mainz entwickelte Arbeit besteht aus Transportkisten, die symbolisch auf die jüdische Diaspora sowie Erfahrungen von Entwurzelung und Vertreibung verweisen. In ihrem Inneren verbergen sich Lautsprecher, aus denen liturgische Gesänge und Gebete in der Tradition der ehemaligen Mainzer jüdischen Gemeinde erklingen.
Diese Stimmen waren seit Jahrhunderten selbstverständlicher Bestandteil jüdischen Lebens in den SchUM-Städten, bevor 1938 die Nationalsozialisten jüdisches Leben auslöschten und die Gesänge für immer verstummen ließen. Mit der Installation brachte Fischer-Dieskau diese verlorenen Stimmen symbolisch an ihren historischen Ursprungsort zurück.
Besonders eindrucksvoll entwickelte sich dabei das Zusammenspiel zwischen Kunstwerk und Umgebung: Die Klangkörper reagierten sensibel auf Geräusche des öffentlichen Raums und schufen so einen lebendigen akustischen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie den Passant:innen.
Klang-Installation erneut bei Eröffnungswoche neues Besucherzentrum am Alten Jüdischen Friedhof
Die Klang-Installation von Raphaël Fischer-Dieskau wird erneut im Rahmen der Eröffnungswoche des Besuchszentrums am Besuchszentrum des Alten Jüdischen Friedhofs ab 6. September zu sehen und zu erleben sein.



