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12. Mai 2026

Interessenbeirat übergibt Abschlussbericht

Umfassende Bürgerbeteiligung im Rahmen von „M wie Zukunft“ endet mit Feierstunde im Stadthaus und Straßenbahn-Sonderfahrt.

„Mainz setzt nicht auf fertige Lösungen ,von oben‘, sondern auf Dialog, Transparenz und gemeinsames Gestalten“

Mit der offiziellen Übergabe des Abschlussberichts an Oberbürgermeister Nino Haase ist am 12. Mai 2026 die Arbeit des Interessenbeirats (IB) im Teilprojekt „M wie Zukunft: Meine Straßenbahnstadt – Heiligkreuz-Viertel und Uniklinik“ zu Ende gegangen. Im Rahmen einer Feierstunde im Stadthaus würdigten Oberbürgermeister Nino Haase, Mobilitätsdezernentin Janina Steinkrüger sowie MVG-Geschäftsführer Florian Wiesemann das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder und die intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten aus Stadtverwaltung und Mainzer Mobilität.

Oberbürgermeister Nino Haase dankte den Vertreter:innen des Interessenbeirats für das Engagement, da der Straßenbahnausbau nicht allein eine Frage der reinen Infrastruktur sei, sondern ein Stadtentwicklungsprojekt darstelle: „Heute geht es nicht nur um eine neue Straßenbahnstrecke, sondern um die Frage, wie Mainz künftig zusammenwächst. Daher ist die Bürgerbeteiligung Ausdruck einer modernen Stadtpolitik - Mainz setzt nicht auf fertige Lösungen ,von oben‘, sondern auf echten Dialog, Transparenz und das gemeinsame Gestalten.“ Zahlreiche Perspektiven, so Haase, seien in den Prozess eingebunden worden - interessierte Bürgerinnen und Bürger, Anwohnende als auch Interessenvertretungen hätten den stetigen Austausch gepflegt. Haase: „Die Bürgerinnen und Bürger konnten den Prozess von Anfang an aktiv mitgestalten - und haben diese Möglichkeit digital, analog und über einen langen Zeitraum hinweg intensiv genutzt. Heute präsentierte der Beirat seine Empfehlungen – dafür danke ich allen Beteiligten ausdrücklich.“

Der Interessenbeirat empfiehlt in seinem Abschlussbericht eine Vorzugsvariante für die künftige Straßenbahnführung, die sich aus drei zentralen Streckenabschnitten zusammensetzt:

  • Hauptbahnhof West – Am Linsenberg – Langenbeckstraße – Philippsschanze – An der Goldgrube
  • Hechtsheimer Straße – Alte Mainzer Straße – Weisenauer Weg – Am Alten Wasserwerk – Bodenheimer Straße – Auf dem Hewwel-Am Kühborn bis Zur Laubenheimer Höhe/K13 (südlich des geplanten Baugebiets He 130)
  • Am Stiftswingert – Göttelmannstraße – Heiligkreuzweg (bis Max-Hufschmidt-Straße)

Nach Einschätzung des Gremiums bietet diese Streckenführung die größte Erschließungswirkung bei gleichzeitig vergleichsweisen geringen Eingriffen in Umwelt und Bestand. Grundlage der Entscheidung war ein intensiver Abwägungsprozess, bei dem Potenziale und Risiken systematisch gegenübergestellt wurden. 

Für den Fall, dass sich die empfohlene Vorzugsvariante im weiteren Planungsverlauf als nicht umsetzbar erweisen sollte, benennt der Interessenbeirat außerdem ergänzende Streckenführungen, die in eine klare Rangfolge eingeordnet wurden und als Alternativen in die weiteren Prüfungen einbezogen werden können.

„Für unser Unternehmen ist der Abschlussbericht des Interessenbeirats eine wichtige Grundlage für die weiteren Planungen. Er bündelt die Perspektiven der Stadtgesellschaft und liefert wertvolle Hinweise für die nächsten Planungsschritte und die fachliche Bewertung der möglichen Trassenvarianten“, sagt MVG-Geschäftsführer Florian Wiesemann.

Der Interessenbeirat war das zentrale Element eines umfassenden Beteiligungsprozesses, den die Landeshauptstadt Mainz und die Mainzer Mobilität freiwillig initiiert haben. Seit Juni 2024 arbeiteten die 20 Mitglieder - darunter Bürgerinnen und Bürger sowie Vertretungen verschiedener Interessengruppen - in insgesamt elf Sitzungen, bei Ortsbegehungen und Expertengesprächen an der Entwicklung einer tragfähigen Empfehlung.

Die Arbeit des Gremiums basierte auf einer breiten Beteiligung der Stadtgesellschaft: Bereits seit dem 30. März 2023 konnten sich Bürgerinnen und Bürger in mehreren Formaten einbringen. Los ging es mit einer digitalen Auftaktveranstaltung und einer ersten digitalen Beteiligung. Es folgten in Präsenz ein Themenmarkt und mehrere Themenwerkstätten sowie eine zweite digitale Beteiligung. Alle Rückmeldungen wurden dabei systematisch ausgewertet und flossen in die Beratungen des Interessenbeirats ein. 

Mobilitätsdezernentin Janina Steinkrüger hebt den herausragenden Einsatz des Interessensbeirates hervor: „Die Mitglieder haben viel Zeit und Engagement in die Beteiligung investiert. Sie leisten mit ihrem Ehrenamt eine Arbeit für die Zukunft unserer Stadt und einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Umweltverbundes. Den Abschlussbericht nehmen wir heute dankend entgegen, die eingebrachten Aspekte sind die Grundlage unserer weiteren Arbeit zum Erlangen einer Vorzugsvariante mit dem Ziel, diese den politischen Gremien zur Entscheidung vorzulegen“.

Die Übergabe des Abschlussberichts bildete den Höhepunkt einer Feierstunde im Stadthaus, bei der allen Beteiligten für ihr Engagement in Anwesenheit der Presse gedankt wurde. Im Anschluss organisierte die Mainzer Mobilität eine besondere Abschlussveranstaltung: Bei einer gemeinsamen Straßenbahn-Sonderfahrt, organisiert vom Verein Traditionsbus Mainz e. V., kamen Mitglieder des Interessenbeirats sowie Projektbeteiligte aus der Mainzer Mobilität sowie der Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Mainz in persönlicher Atmosphäre zusammen.

Bei „Weck, Worscht un Woi“ wurde die zweijährige Zusammenarbeit gewürdigt und der Beteiligungsprozess in einem informelleren Rahmen abgeschlossen. Denn mit der Übergabe des Abschlussberichts endet die Arbeit des Interessenbeirats. Die Empfehlung des Gremiums wird nun durch die Stadtverwaltung und die Mainzer Mobilität fachlich aufgearbeitet und in die politischen Beratungen eingebracht. 

Der Mainzer Stadtrat wird sich im nächsten Schritt mit den Ergebnissen befassen. Ziel ist es, die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung politisch zu verankern und eine grundsätzliche Richtung für die neue Straßenbahnanbindung von Uniklinik und Heiligkreuz-Viertel vorzugeben. Eine endgültige Festlegung auf eine konkrete Vorzugsvariante ist damit noch nicht verbunden. Diese Festlegung durch den Mainzer Stadtrat erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Erst auf dieser Grundlage wird die beschlossene Streckenführung im Rahmen der Entwurfs- und Genehmigungsplanung für den Planfeststellungsantrag planerisch weiterverfolgt, umfassend geprüft und im Detail ausgearbeitet.

Weitere Informationen zum Straßenbahnausbau / Teilprojekt 3 gibt es unter www.m-wie-zukunft.de/teilprojekt3-hkv-uniklinik-rueckblick (Öffnet in einem neuen Tab)

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