Soziale Hilfen und Sicherheit: Stadt Mainz setzt auf abgestimmtes Vorgehen
Die Landeshauptstadt Mainz informiert über die Angebote der Suchthilfe und der Wohnungslosenhilfe sowie über Maßnahmen für Sicherheit und Ordnung in der Innenstadt. Das abgestimmte Vorgehen der beteiligten Ämter verfolgt ein gemeinsames Ziel: Hilfe bieten und öffentliche Ordnung sichern.
„Soziale Hilfen und ordnungsrechtliche Maßnahmen gehören gleichermaßen zu den Aufgaben der Stadt. Wir wollen den Menschen Unterstützung anbieten, die sie benötigen, und dort für Ordnung sorgen, wo sie erforderlich ist“, erklären Sozialdezernentin Jana Schmöller und Ordnungsdezernent Karsten Lange gemeinsam.
Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen sind wie Menschen, die Unterstützung im Zusammenhang mit einer Suchterkrankung benötigen, finden in Mainz vielfältige Beratungs-, Unterstützungs- und Unterbringungsangebote. Die Landeshauptstadt Mainz arbeitet dabei eng mit freien Trägern und weiteren Einrichtungen zusammen. Die Angebote reichen von der Prävention eines Wohnungsverlustes über niedrigschwellige Hilfen und Notunterkünfte bis hin zu Beratung, Betreuung und Nachsorge.
Unterstützung und Unterbringung für wohnungslose Menschen
Ein wichtiger Anlaufpunkt ist die Fachstelle Wohnraumhilfen im Amt für soziale Leistungen der Landeshauptstadt Mainz. Sie berät Menschen, deren Wohnung bedroht ist oder die ihre Unterkunft bereits verloren haben. Ziel ist es, Wohnraum möglichst zu erhalten und Wohnungslosigkeit zu verhindern. Unter bestimmten Voraussetzungen können beispielsweise Mietschulden übernommen werden, wenn dadurch der Verlust der Wohnung abgewendet werden kann. Darüber hinaus unterstützt die Fachstelle bestimmte Personengruppen bei der Suche nach neuem Wohnraum.
Für Menschen ohne eigene Unterkunft hält die Stadt gemeinsam mit freien Trägern unterschiedliche Unterbringungsmöglichkeiten bereit. Dazu gehören niedrigschwellige Übernachtungsangebote wie der NachtRaum oder die Housing Area 6411. Die Unterkunft Plus, ein gemeinsames Angebot der Stadt Mainz und Mission Leben, richtet sich an wohnungslose Menschen mit diagnostizierten psychischen Erkrankungen und/oder besonderen Erlebens- und Verhaltensauffälligkeiten. Das Angebot verbindet Wohnen mit einer intensiven sozialpädagogischen Begleitung.
Ergänzt werden die städtischen Angebote durch weitere Einrichtungen und Beratungsstellen freier Träger, darunter das Thaddäusheim, das Heinrich-Egli-Haus und der Wendepunkt. Sie bieten Unterbringung, Beratung und Betreuung für Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen.
Differenzierte Angebote der Suchthilfe
Auch für Menschen mit problematischem Substanzkonsum oder abhängigen Verhaltensweisen hält die Stadt Mainz ein differenziertes Hilfesystem bereit. Die Abteilung Suchthilfen im Amt für Jugend und Familie bündelt dafür drei Einrichtungen: das Drogenhilfezentrum Café BALANCE, die Jugend- und Drogenberatungsstelle BRÜCKE und das teilstationäre Wohnprojekt BASIS.
Die BRÜCKE bietet kostenfreie und auf Wunsch anonyme Beratung für Menschen mit problematischem Suchtmittelkonsum, Jugendliche sowie Angehörige. Zum Angebot gehören unter anderem psychosoziale Beratung, Krisenintervention, Schuldnerberatung, Onlineberatung und Suchtprävention. Jugendliche werden dabei auch präventiv angesprochen.
Das Café BALANCE richtet sich insbesondere an volljährige Menschen, die illegale Suchtmittel konsumieren. Es bietet mit Kontaktcafé, Beratungsstelle und Notschlafbereich einen niedrigschwelligen Zugang zu Sucht- und Sozialberatung, gesundheitlicher Grundversorgung und Maßnahmen zur Schadensminderung. Dazu zählen Spritzentausch, Streetwork und Naloxontrainings zur Vorbeugung tödlicher Überdosierungen.
Das Wohnprojekt BASIS unterstützt ehemals suchtmittelabhängige Menschen nach einer Therapie dabei, ihren Rehabilitationsprozess fortzusetzen und Rückfällen vorzubeugen. Dazu gehören betreutes Wohnen, sozialpädagogische Begleitung und Unterstützung bei der Alltagsbewältigung sowie der schulischen und beruflichen Integration.
„Unser Anliegen ist es, Menschen in schwierigen Lebenslagen zu erreichen, ihnen Schutz zu bieten und konkrete Unterstützung zu ermöglichen. Dafür haben wir gemeinsam mit den freien Träger:innen ein vielfältiges Hilfesystem aufgebaut, das unterschiedliche Lebenssituationen und Unterstützungsbedarfe berücksichtigt. Hilfe bedeutet für uns, Menschen nicht auf ihre Wohnungslosigkeit oder Suchterkrankung zu reduzieren, sondern gemeinsam mit ihnen Perspektiven zu entwickeln, ohne sie zu kriminalisieren. Das ist nicht nur für die Betroffenen wichtig, sondern auch ein wesentlicher Beitrag zu einem guten Zusammenleben in unserer Stadt“, betont Sozialdezernentin Jana Schmöller.
Öffentliche Sicherheit und Ordnung gewährleisten
Neben den sozialen Hilfen sorgen das städtische Ordnungsamt und die Polizei für Ordnung und Sicherheit im öffentlichen Raum. Insbesondere im Bereich des Hauptbahnhofs haben Ordnungsamt, Landespolizei, Bundespolizei und DB-Sicherheit ihre Zusammenarbeit ausgebaut.
Ordnungsdezernent Karsten Lange betont die Bedeutung der unterschiedlichen, aufeinander abgestimmten städtischen Maßnahme und geht auf eine kleine Gruppe von Menschen ein, die sich zunehmend im Innenstadtbereich aufhält: „Im Frankfurter Bahnhofsviertel haben die Ordnungsbehörden ihren Druck auf die dortige Szene erhöht. Einige Personen – mit erkennbarem Suchtmittelkonsum – sind daher in andere Städte im Rhein-Main-Gebiet ausgewichen. In Mainz sind wir darauf vorbereitet. Die vorhandenen Angebote des Amts für Soziale Hilfen und des Jugendamts sind wichtige und notwendige Anlaufstellen, um Menschen mit Unterstützungsbedarf zu erreichen. Ergänzend müssen wir dafür sorgen, dass der öffentliche Raum für alle sicher und nutzbar bleibt. Und wir müssen konsequent handeln, wenn Menschen durch Straftaten oder Regelverletzungen auffallen. Wir nehmen die Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner sowie der Menschen, die sich im Umfeld des Hauptbahnhofs aufhalten, ernst. Durch die verstärkte Präsenz, die verbesserte Beleuchtung und ein konsequentes Vorgehen gegen Straftaten und Ordnungsverstöße hat sich die Situation rund um den Hauptbahnhof seit dem Sommer spürbar verbessert.“
Die unterschiedlichen Maßnahmen greifen ineinander: Die Hilfsangebote schaffen Zugänge zu Beratung, Versorgung, Unterbringung und weiterführender Unterstützung. Die ordnungsrechtlichen Maßnahmen dienen dazu, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten. Die Stadtverwaltung stimmt sich hierzu mit den beteiligten Stellen und freien Trägern ab.