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01. Oktober 2026

Jugendschutz informiert: Medienabhängigkeit erkennen und vorbeugen

Im Rahmen der Reihe „Medienschutz des Monats“ greift der Fachbereich Kinder- und Jugendschutz/Streetwork im Amt für Jugend und Familie der Landeshauptstadt Mainz jeden Monat ein anderes Thema aus dem digitalen Alltag auf.

Anlässlich des Welttags der psychischen Gesundheit am 10. Oktober 2026 steht im Oktober das Thema Medienabhängigkeit im Mittelpunkt. Dabei geht es darum, für einen risikohaften Medienkonsum zu sensibilisieren, mögliche Warnzeichen zu erkennen und Anregungen für einen gesunden und ausgewogenen Umgang mit digitalen Medien zu geben.

Digitale Medien gehören zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Scrollen, Zocken, Streamen und die Nutzung sozialer Medien können Unterhaltung, Austausch und Teilhabe ermöglichen. Gleichzeitig kann eine sehr intensive Mediennutzung zu Belastungen führen, insbesondere dann, wenn andere wichtige Bereiche des Lebens zunehmend verdrängt werden.

Entscheidend ist dabei die Frage, ob man selbst noch die Kontrolle über den eigenen Medienkonsum hat. Eine problematische Nutzung kann sich beispielsweise darin zeigen, dass Medien bis spät in die Nacht genutzt werden und dadurch Schlaf und Erholung zu kurz kommen. Auch Unruhe oder Gereiztheit, wenn digitale Medien nicht verfügbar sind, können Hinweise auf einen riskanten Umgang sein.

Weitere Anzeichen können sein, dass Freunde, Schule, Hobbys oder andere alltägliche Aktivitäten zunehmend vernachlässigt werden. Auch wenn sich die Gedanken häufig um digitales Spielen, Social Media oder Streaming drehen, kann es sinnvoll sein, den eigenen Medienkonsum genauer in den Blick zu nehmen.

Von einer Mediensucht wird gesprochen, wenn die übermäßige Mediennutzung das Alltagsleben deutlich beeinträchtigt und virtuelle Aktivitäten zunehmend wichtiger werden als soziale Kontakte und andere Lebensbereiche.

Wichtig ist dabei: Eine Mediensucht lässt sich nicht aus der Ferne und anhand einzelner Anzeichen diagnostizieren. Ob tatsächlich eine Abhängigkeit oder eine andere behandlungsbedürftige Problematik vorliegt, kann nur im Rahmen einer fachlichen Einschätzung beurteilt werden. Wer bei sich selbst oder bei einem Kind oder Jugendlichen entsprechende Veränderungen beobachtet und sich Sorgen macht, sollte sich deshalb an Ärzt:innen  beziehungsweise eine psychologische Fachkraft oder eine spezialisierte Beratungsstelle wenden.

Der Jugendschutz gibt einige einfache Tipps für mehr Balance im digitalen Alltag:

  • Medienfreie Zeiten einplanen: Regelmäßige Pausen von Smartphone, Gaming und Streaming schaffen Raum für andere Aktivitäten.
  • Zeitlimits nutzen: Einstellungen auf Smartphone, Tablet oder Spielekonsole können dabei helfen, die eigene Nutzungszeit im Blick zu behalten.
  • Ausgleich schaffen: Aktivitäten wie Sport, Bewegung, Treffen mit Freunden oder Hobbys können einen guten Gegenpol zur digitalen Nutzung bilden.
  • Über digitalen Stress sprechen: Wer sich durch Social Media, FOMO („Fear of Missing Out“, also die Angst, etwas zu verpassen) oder die eigene Mediennutzung belastet fühlt, sollte sich Familie, Freunden oder einer Beratungsstelle anvertrauen.

„Digitale Medien sind ein fester Bestandteil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Umso wichtiger ist es, nicht nur über die Chancen digitaler Angebote zu sprechen, sondern auch mögliche Belastungen und Warnsignale ernst zu nehmen“, sagt Kinder- und Jugenddezernentin Jana Schmöller. 

Hilfe und Beratung

Brauchst du sofort Hilfe? Bei akuten Sorgen oder Fragen zum Thema Sucht steht die bundesweite Suchthotline unter 01806 313031 oder die digitale Beratungsplattform DigiSucht (Öffnet in einem neuen Tab) zur Verfügung.

Auch in Mainz gibt es Anlaufstellen, an die sich Kinder und Jugendliche sowie Eltern und Angehörige wenden können:

Jugendberatung
Telefon: 0 61 31 / 23 45 77
E-Mail: beratungsstellebruecke.mainzde

Fachstelle Glücksspielsucht / Mediensucht
Caritasverband Mainz e. V.
Telefon: 0 61 31 / 907 46 25
E-Mail: c.bolwincaritas-mainzde

Wer sich bei der eigenen Mediennutzung oder der eines Angehörigen unsicher ist, muss nicht erst warten, bis die Situation eskaliert. Auch bei ersten Sorgen oder Fragen kann es sinnvoll sein, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.

Mit dem „Thema des Monats“ greift der Mainzer Kinder- und Jugendschutz regelmäßig aktuelle Entwicklungen und Fragestellungen aus der digitalen Lebenswelt auf. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche, Eltern und pädagogische Fachkräfte zu informieren, Medienkompetenz zu fördern und konkrete Anregungen für einen sicheren, bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu geben

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