Rede des Oberbürgermeisters zur Verleihung des Määnzer Jockelchen an Sven Voss
Dienstag: 13. Januar 2026
Ort: Atrium Hotel
Lieber Präsident Dirk Kuchenbuch,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
liebe Mainzer Kleppergarde,
verehrte Ehrengäste,
liebe Närrinnen und Narrhalesen,
und ganz besonders: lieber Preisträger Sven Voss,
Ich freue mich, dass Sie alle hier in Finthen gut angekommen sind. Nachdem drei Schneeflocken in unserer Stadt am vergangenen Wochenende sogar den Kanzler und den gesamten CDU-Bundesvorstand verschreckt haben, hatte ich mir schon Sorgen um den heutigen Abend gemacht. Denn schließlich gibt es keinen schöneren Termin in der ganzen Bundesrepublik als die Verleihung des Määnzer Jockelche.
Es ist ein Preis, der das Schönste im Leben mit dem Wichtigsten im Leben vereint. Das Schönste ist natürlich die Fastnacht. Das Wichtigste ist, dass wir uns für ein gutes Leben für unsere Kinder einsetzen.
Bei so einem wichtigen Preis habe ich als Oberbürgermeister natürlich die Pflicht, kritisch zu recherchieren: Ist der Preisträger wohl gewählt? Sven Voss?
Voss… Von Professor Krausch, dem Präsidenten unserer Mainzer Universität, habe ich gelernt: Eine gute Laudatio beginnt man immer mit einer Namensanalyse.
Voss – Sie wissen es gewiss alle, liebe Närrinnen und Narrhalesen: Der Name Voss geht auf das altdeutsche Wort für „Fuchs“ zurück. Allein deshalb passt unser diesjähriger Preisträger zum Preis wie bisher keiner, weil er quasi den Namen mit dem Namensgeber "Jockel FUCHS" teilt. Und wir Mainzer wollen ihm also daher sogar verzeihen, dass er in Wiesbaden (!) wohnt.
Zurück zum Fuchs: Der Fuchs hat natürlich ganz bestimmte Eigenschaften. Er ist schlau und clever, wandelbar und anpassungsfähig, feinsinnig und vor allem humorvoll und schelmisch!
Lieber Sven Voss, ich finde, das charakterisiert Sie ganz gut. Diese Eigenschaften des cleveren Fuchses haben – das behaupte ich einfach mal – dazu beigetragen, dass Sie zu den bekanntesten und beliebtesten Mainzer Köpfen gehören. Ja, Mainzer Köpfe, das sage ich ganz bewusst, wohl wissend, dass Sie „bestimmt nur irrtümlicherweise“ auf der falschen Rheinseite wohnen. Hatte ich das eigentlich schon erwähnt?
Denn in unserem Mainzer ZDF, lieber Herr Voss, haben Sie eine großartige Karriere hingelegt: Sie sind als Sport- und Fernsehmoderator vom Lerchenberg bundesweit bekannt. Dabei beherrschen Sie alle Genres, angefangen bei Kindersendungen, Logo, bis hin zu True Crime, XY gelöst und XY history. Und natürlich ist Ihre Karriere geprägt – und da komme ich endlich zu einer schönen Gemeinsamkeit – von der Liebe zum Sport: Sie haben über Jahrzehnte die verschiedensten Disziplinen in unsere Wohnzimmer gebracht: Weltcups in Bob und Rodeln, Tour de France, Olympische Spiele 2006, 2008, 2010, DFL Supercup – und natürlich viele viele Fußball-News aus dem aktuellen Sportstudio.
Also, ich fasse zusammen: Sven Voss, ein vielseitig talentierter Journalist, Moderator, Kommentator, Gestalter, Taktgeber, schlagfertig, schlau und sehr sehr sympathisch.
Das ist schon beeindruckend, reicht aber freilich nicht für das Määnzer Jockelche.
Denn beim Määnzer Jockelche geht es um die Kinder, um das Wohl der Kinder. Und das Engagement von Sven Voss für Kinder ist beeindruckend.
Seit vielen Jahren macht sich Sven Voss für Kinder stark. Er macht sie schlau und clever – wie ein Fuchs! Er engagiert sich als Botschafter bei der Stiftung Lesen und bei der Organisation „Bildung Kickt“ und ist Pate einer Schule in meiner Heimatstadt Obertshausen.
Vor allem aber setzen Sie, lieber Herr Voss, Ihre Bekanntheit ein, um das Ronald-McDonald-Haus in Mainz zu unterstützen. Dort finden Familien schwer kranker Kinder ein „Zuhause auf Zeit“ in Kliniknähe, damit sie während der Behandlung nah bei ihren Kindern bleiben können.
Für Eltern ist es das Schlimmste, wenn ihr Kind an einer schweren Krankheit leidet. In solchen Momenten helfen vor allem Zusammenhalt und Nähe. In den Ronald-McDonald-Häusern können Familien in der Nähe der Klinik wohnen. Und ich bin sehr froh, dass Sie, lieber Herr Voss, das Haus in Mainz so tatkräftig unterstützen – durch Besuche, durch Kampagnen, durch Spendenaufrufe und Ihr gutes Netzwerk.
Dafür danke ich Ihnen sehr! Ich denke, dass es auch in den kommenden Jahren immer wichtig bleibt, dass prominente Fürsprecher mit einem klaren moralischen Kompass sich für Kinder und Jugendliche einsetzen.
Und das passt ganz hervorragend zur Kleppergarde: Die Kleppergarde steht nämlich in langer Tradition und auf vielfältige Weise für die Jugendförderung. Herzlichen Dank dafür!
Schon 1856 setzte sich die Garde für die Jugend ein: Karl Dremmel machte es möglich, dass Mainzer Kinder offiziell am Fastnachtsumzug teilnehmen konnten. Bis heute engagiert sich die Garde für Kinder und Jugendliche – besonders sichtbar bei der Traditionssitzung „Jugend in die Bütt“.
Im vergangenen Jahr entwickelten die Jugendlichen der Kleppergarde gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Familienministerium 11 Meenzer Kinderrechte für die Fastnacht. 2026 soll am Mainzer Platz der Kinderrechte vor dem Blauen Elefanten eine Kinderrechtebank entstehen.
Mit der Verleihung des Jockelche zeigt die Garde uns jedes Jahr, dass sich viele Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft für Kinder und Jugendliche stark machen.
Zu den Preisträgern vor Ihnen, lieber Herr Voss, gehören ganz unterschiedliche Persönlichkeiten. Marie-Luise Marjan, Ingo Zamperoni und Malu Dreyer wurden ebenso mit dem Jockelche geehrt wie Harald Glööckler oder Thomas Anders.
In diese Ahnenreihe tragen Sie sich nun ein, lieber Sven Voss. Herzlichen Glückwunsch und von Herzen Dank für Ihr Engagement um das Wohl der Kinder und Familien.